5 Fragen an…

…Bernd Hausmann, Inhaber des Nürnberger Ecofashion Stores glore.

Bernd, erstmal die Standard-Händler-Frage: wie läuft denn der Laden so?

gloreshop4Wir sind mit der Entwicklung von glore in den jeweiligen Städten zufrieden und fühlen uns wohl wo wir sind. Vor Weihnachten wollen wir den Re-Launch unserer Webseite endlich am Start haben und freuen uns auf den neuen Shop.

Und was ist denn dein aktuelles Lieblingsteil aus deinem Laden?

Die Jeans Tube Tom von Nudie! Ich trage sie fast täglich.

 Wie bist du eigentlich darauf gekommen, einen Ecofashion-Laden zu eröffnen? Hast du vorher schon in der Modebranche gearbeitet?

Nein habe ich nicht. Vorher war ich 7 Jahre lang Sozialarbeiter und musste mich erst einarbeiten. Die Idee zu glore kam mir als ich selbst auf der Suche nach fairer und ökologischer Kleidung war. Nachdem ich mich intensiver mit der Textilindustrie beschäfftigt hatte und gesehen habe wie oft in der Branche Menschenrechte verletzt und die Natur zerstört wird, wollte ich dieses System nicht mehr unterstützen. Leider gab es zum damaligen Zeitpunkt kaum Alternativen. Als ich nach langer Suche endlich coole Labels gefunden habe, konnte ich die nicht in Deutschland kaufen. Da kam ich auf die Idee einen Green Concept Store zu eröffnen. Damals gab es in Deutschland noch keine grüne Modeläden, wo jüngere Labels verkauft wurden.

Du hast ja jetzt schon seit vielen Jahren einen Laden in Innenstadtlage. Dadurch ist die Kundschaft wahrscheinlich recht bunt gemischt. Kannst du das so einschätzen: wie groß ist der Anteil an „Überzeugungstätern“ unter deinen KundInnen , also Menschen, die gezielt nach ökofairen Klamotten suchen? Und wie groß der an Laufkundschaft, die vielleicht aus Neugier mal reinschaut und sich vom Angebot überzeugen lässt, ohne großen Wert auf den Hintergrund zu legen? Und hat sich da das Verhältnis im Laufe der Zeit vielleicht verschoben?

gloreshop3Ich finde die Frage sehr schwer zu beantworten. Da ich nicht jeden Kunden danach frage, ob er aus Überzeugung bei uns kauft kann ich keine genauen Zahlen nennen. Natürlich erkenne ich manche Überzeugungstäter auf den ersten Blick, aber da ich mich schon so oft getäuscht habe, halte ich mich mit Schätzungen zurück.

Außer der konsequenten Auswahl der Produkte nach ökologischen, sozialen und Stil-Kriterien: gibt es etwas, das deiner Meinung nach einen Ecofashion-Laden auszeichnen sollte?

Natürlich sollten sie Ökostrom verwenden und ihr Geld auf ethische Banken tragen, aber das ist unter den meisten Händlern üblich. Bei „korrekte Klamotten“ habe ich mit einigen Händler (Euch zum Beispiel) einen Kodex erarbeitet, den ich sehr gut finde.

Was mich stört in der Branche sind Menschen, die in der grünen Mode einen neuen Markt sehen und aus reinen Renditeinteresse mitmachen wollen. Leider spült es da immer mehr in das Segment. Für mich ist die grüne Mode ein kleiner Teil einer ökologischeren und menschenfreundlicheren Welt. Mit nachhaltigen Konsum lässt sich das nicht erreichen, aber wer nicht versucht sein Konsumverhalten zu ändern, der widerspricht sich selbst.