Guppyfriend: der Filterbeutel gegen Mikroplastik für die Waschmaschine!

Wieder mal geschieht etwas Spannendes im Bereich Kampf gegen Mikroplastik: Das Start-Up Guppyfriend – gegründet von der Langbrett-Interessengemeinschaft (hier geht es zu einem Post über Langbrett, der erst kürzlich auf unserem zündstoff-Blog zu lesen war), hat sich zum Ziel gesetzt, den Austrag von Kunststoffpartikeln in Flüsse sowie Meere zu reduzieren. Guppyfriend hat deswegen ein praktisches Rückhaltesystem entwickelt, das sowohl für die private, als auch gewerbliche Anwendung geeignet ist. Eine Art Waschsack, in den kunstfaserhaltige Kleidung vor dem Waschen gepackt wird. Nach der Wäsche können herausgelöste Fasern einfach vom Inneren des Beutels entfernt und angemessen entsorgt werden – und landen dementsprechend nicht über das Abwasser und Flüsse im Meer. Denn momentan können Kläranlagen Mikroplastik nicht aus ihren Abwässern herausfiltern.

Foto: Langbrett
Foto: Langbrett

Insofern ist die Idee, einen Beutel zu entwickeln, der das als großer Filter einfach erledigt und zudem noch mobil ist und überallhin mitgenommen werden kann, schon eine sehr coole Idee. Belohnt wurde der Einfall auch entsprechend mit dem Industry Award 2016 auf der Outdoor Messe in Gold. Finden wir spitze, denn die Problematik um Mikroplastik im Meer hat in den vergangenen zwei Jahren mit Sicherheit gute Medienaufmerksamkeit bekommen. Die richtet allerdings erst mal nichts aus – auf die Infokampagne müssen denn auch Taten folgen. Wir drücken dem Team um Guppyfriend die Daumen, dass die für August geplante Crowdfunding-Kampagne gut läuft und das nötige Kleingeld in die Kasse spült! Und dann viele Menschen ihre Wäsche innovativ filtern können!

SILO – Englands erstes Zero Waste Restaurant setzt neue Maßstäbe!

Blick in den Restaurantraum, Foto: Silo
Blick in den Restaurantraum, Foto: Silo

Immer öfter kann mittlerweile vom sog. Zero Waste Lifestyle gelesen werden, dessen Anhänger*innen versuchen, so wenig Müll wie irgend möglich zu produzieren und ihr Leben dabei gleichzeitig massiv zu vereinfachen. Was als Privatperson nach einer gewissen Zeit und mit Hilfe verschiedener Alltagsbegleiter möglich oder zumindest um ein Vielfaches leichter wird, scheint sich allerdings für ein Restaurant nochmal in einer ganz anderen Liga abzuspielen. Was aber nicht bedeutet, dass es nicht machbar wäre – sondern eben herausfordernder. Dass Zero Waste auch für Restaurant-Besitzer*innen keine Utopie bleiben muss, beweist Douglas McMaster, Gründer von Silo, das seit Ende 2014 im englischen Brighton seine Gäste maximal nachhaltig und ressourcenschonend – eben Zero Waste – bekocht und versorgt.

Ein Augen- und Gaumenschmaus à la Silo, Foto: Silo
Ein Augen- und Gaumenschmaus à la Silo, Foto: Silo

Ein Blick hinter die Kulissen zeigt zunächst den edelstahlglänzenden Schnell-Komposter, der auf den Namen Bertha hört und anaerob-flott Essensreste innerhalb von 24h zu tollem Erdreich verwandelt. Herzstück von Silo ist die imposante Getreidemühle, die auch im Logo des Restaurants verewigt ist. (Übrigens lebte McMaster eine Weile in Australien, wo er bereits mit Joos Baaker ein ebensolches Zero Waste Restaurant eröffnet hatte.)
Die Zusammenstellung des Menüs richtet sich bei Silo streng nach saisonalen, aber v.a. regionalen Lebensmitteln, die zudem bevorzugt aus eigener Herstellung stammen oder direkt von Bauernhöfen und Produzent*innen aus der nahen Umgebung bezogen werden. Die Natur bestimmt hier quasi über das Menü. Das Restaurant bietet neben rein vegetarischen Menüs auch Fisch und Fleisch an, verfolgt hierbei allerdings den Ansatz ‚Nose to Tail‘ – das bedeutet, das ein Tier, wenn es denn schon gegessen auch komplett verarbeitet wird.

Beispiel für verschiedene Menüs bei Silo, Foto: Silo
Dreierlei Menüs bei Silo: Vegetarisch, Fisch oder Fleisch, Foto: Silo

Douglas McMaster beschreibt den Ansatz, der im Silo verfolgt wird als „preindustrial food system that generates zero waste.“ Das Restaurant, das außerdem noch Bäckerei, Rösterei und Brauerei ist, verzichtet komplett auf Plastikverpackungen. Vieles wird direkt vor Ort hergestellt: Gebacken, fermentiert, eingekocht und haltbar gemacht. Auch die Einrichtung folgt den strengen Ansprüchen an minimalen Impact konsequent. So sind die Möbel aus Holzresten gefertigt worden – cool auch, der letztjährige Spendenaufruf für Jeans und Nylon: Daraus wurden Sitzkissen genäht – belohnt wurden die Spender*innen mit gratis Kaffee. Getrunken wird im Silo übrigens aus upgecycelten Marmeladengläsers und das Frühstück wird auf Tellern serviert, die eine Designerin aus alten Plastiktüten eingeschmolzen hat. Auch wenn es um den Energieverbrauch im Restaurant geht, setzt das Team auf energiesparende Alternativen und nutzt LED-Lampen.

Alte Marmeladengläser dürfen hier weiter leben, Foto: Silo
Alte Marmeladengläser dürfen hier weiter leben und bekommen Kaffee eingeschenkt, Foto: Silo

Alles in allem also ein unheimlich faszinierendes und an Nachhaltigkeit kaum zu überbietendes Restaurant, das ja evtl. über die Zeit den einen oder anderen Maßstab neu setzen kann. Wer es also mal nach Brighton schafft, sollte Silo wohl einen Besuch abstatten. Ich bin in jedem Fall sehr neugierig, was ihr dann davon zu berichten habt!

Veganes Leder – aus Ananas!

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Foto: Unsplash via pixabay

Ich liebe ja Ananas: Gerne in einem Shake, einem feinen Obstsalat oder einfach so. Jetzt lese ich heute morgen von einer veganen Lederalternative und zwar aus – richtig, Ananas! Um genauer zu sein: Aus den Blättern der Ananas. Diese palmwedel-ähnlichen Blätter fallen eigentlich lediglich als Beiprodukt bei der Ernte der Früchte an und werden in der Regel weggeworfen. Das macht den Rohstoff auch so verlockend, denn produziert wird er ohnehin – und er kann direkt weiter verarbeitet werden.
Wie entsteht nun aber aus diesen Blättern ein lederähnliches Produkt? In einer Art Presse werden aus ihnen zunächst die Pflanzenfasern gewonnen, die dann zu besagtem veganen Leder weiterverarbeitet werden können. Die dabei als Rest anfallende Biomasse kann übrigens zu Biodünger oder Biogas werden. Klingt schon mal ziemlich gut, oder?

Diese Lederalternative kann tatsächlich auch in sämtlichen Bereichen das ansonsten verwendetet Leder ersetzen – sei das bei Schuhen und Taschen, aber auch bei Möbeln oder Autositzen kann Ananasleder sehr gut eingesetzt werden. Eine schöne Vorstellung: Schuhe zu tragen, die davor quasi mal Teil einer leckeren Obstsorte waren. Ananas Anam, ein Ende 2014 gegründetes Unternehmen hat sich dieser Idee verschrieben und kann nun die sprichwörtlichen Früchte seiner fünfjährigen Entwicklungsarbeit ernten. Denn so lange hat sich die Designerin Dr. Carmen Hijosa, CEO von Ananas Anam und mit langen Jahren Erfahrung im Bereich Lederdesign und -verarbeitung im Gepäck, mit der Entwicklung von Pinatex™ am Royal College of Art befasst.

Neben diesem sehr innovativen und nachhaltigen Material, sieht sich das Unternehmen allerdings auch noch anderen Werten verpflichtet. Zwar arbeitet Ananas Anam als for-profit Unternehmen, nimmt aber seine unternehmerische Verantwortung im Bereich Soziales sowie Umwelt sehr ernst. Durch die Unterstützung philippinischer Communities, die Ananasanbau betreiben, wird für die lokale Bevölkerung eine neue Einkommensmöglichkeit geschaffen und deren Vernetzung als Anbaugemeinschaften gefördert.

Wir werden sehen, wie sich das Material durchsetzen und dadurch Leder in bestimmten Bereichen ersetzen können wird. Vielleicht gibt es ja auch in baldiger Zukunft schicke Pinatex™-Produkte bei zündstoff – wir bleiben gespannt und halten euch selbstverständlich auf dem Laufenden!

Neu in unserem Sortiment: Langbrett!

Foto: Langbrett via www.langbrett.com
Foto: Langbrett via www.langbrett.com

Wir bei zündstoff erweitern ja beständig unser Sortiment. Zum einen, weil wir euch viel Verschiedenes aus dem öko-fairen Bekleidungsbereich anbieten wollen – aber natürlich auch, weil es mittlerweile einfach viel mehr davon gibt. Die Auswahl an coolen und stylischen Brands im Bereich öko-faire Kleidung und Accessoires wächst schließlich beständig. Unser neuester Zuwachs ist das Label Langbrett. Langbrett vertreibt neben Produkten einer Eigenmarke außerdem nachhaltige Labels, mit deren Unternehmensphilosophie es sich identifizieren kann, wie z.B. Patagonia, Fjäll Räven und Millican. Surfbretter von verschiedenen Labels gibt es übrigens auch. Die Gründer*innen hinter dem Label sehen sich eigentlich nicht als Händler*innen im klassischen Sinne und schreiben hierzu auf ihrer Homepage „wir sind surfer, skater, biker, kletterer, aussteiger und gestalter“. Sie alle eint die Sehnsucht nach Freizeit in der Natur, wo für sie erleben heißt, nicht zu konsumieren und Auszeit wichtiger ist, als Anschaffung. Kennengelernt hat sich das Langbrett-Team übrigens beim Wellenreiten in Frankreichs Norden. Daraus entstand mit der Zeit der Wunsch zusammen zu arbeiten und schließlich wurde der erste Laden eröffnet. Ziel dabei war stets, Produkte zu entwickeln, die weder für Mensch noch Umwelt schädlich sind. So waren die ersten Teile der labeleigenen Kollektion klassische Sweater aus Biobaumwolle, fair produzierte Hoodies, chemiefreie T-Shirts sowie handgefertigte Longboards aus einheimischen Hölzern. Alles in allem also ein nachhaltiges, soziales Business mit Anspruch an langlebiges und zeitloses Design.

Bei zündstoff haben wir drei Skateschuhe von Langbrett ins Sortiment aufgenommen. Absolut street-tauglich, ob nun auf Long- oder Skateboard benutzt oder einfach nur zum sich-drin-wohlfühlen – egal. Bequem, nachhaltig und fair: Das lieben wir.

Ich persönlich bin übrigens im vergangenen Herbst eher durch Zufall in den Berliner Langbrett-Store gestolpert. Und war sehr angetan von der zugewandten, freundlichen Art des Personals, das mir bei Fragen rund um eine Rucksackanschaffung mit Rat und Tat (sowie viel Geduld) zur Seite stand. Alles in netter und stimmiger Atmosphäre und gar nicht so mit dem Gefühl, in einer typischen Kaufsituation zu sein. Das bestärkt meinen guten Eindruck von Langbrett und den Menschen dahinter, nämlich dass dieses Unternehmen authentisch ist und seine Werte auch tatsächlich lebt. Daumen hoch also für unseren Zuwachs bei zündstoff!

Foto: Langbrett via www.langbrett.com
Foto: Langbrett via www.langbrett.com

 

Nachhaltig-minimalistisch: Capsule Wardrobe

Weniger ist mehr: Das finden die Anhänger*innen einer sog. Capsule Wardrobe. Menschen mit einem minimalistischen Kleiderschrank schwärmen dafür, keine Zeit mehr bei der morgendlichen Kleidungsauswahl zu benötigen, ihre komplette Garderobe in ein Carry-On Gepäckstück zu bekommen und einfach immer das Richtige zum Anziehen zu haben. Einfach weil nicht viel da ist und das wenige auch noch zueinander passt.
Ich persönlich kann dieser Idee, nur maximal 30 Kleidungsstücke zu besitzen viel abgewinnen und finde diese Art der bewussten Reduktion sehr spannend, werde aber wohl nie an diesen gänzlich minimalistischen Punkt anlanden. Finde ich aber auch in Ordnung. So oder so ist es sinnvoll, in wesentlich weniger Kleidungsstücke zu investieren – dafür aber in qualitativ-hochwertige und langlebige Teile. Idealerweise setzen sich diese auch über kurzzeitige Trends und Moden hinweg und sind als zeitlose, vielseitig kombinierbare Begleiter lange Jahre in Gebrauch. Dann noch aus Naturmaterialien und aus öko-fairer Herstellung und die Sache scheint perfekt.

Allerdings wird der Begriff vermehrt sozusagen gekapert – und zwar von Mode-Blogger*innen, die für jede Jahreszeit die passende ‚Capsule‘ zusammenstellen und scheinbar das Konzept dahinter nicht vollkommen begriffen haben. Denn wenn alleine die ’spring capsule‘ mehr als 30 Teile hat, kann mensch mit wenigen Mathematik-Kenntnissen ausrechnen, wie groß die jahresumfängliche Garderobe aussieht. Eher nicht so klein. Interessanterweise sehen sich ebenjene Blogger*innen aber absolut als Teil des Trends, indem sie eine scheinbar minimalistische Garderobe (für eine bestimmte Gelegenheit oder Jahreszeit) auswählen und durch ihre social media Kanäle jagen.

Bea Johnson, Autorin des Blogs sowie Buchs Zero Waste Home und Vorreiterin des sog. Zero Waste Lifestyle, ist allerdings von der ernstzunehmenden, wirklich minmalistischen Fraktion und kann alle ihre Kleidungsstücke in einen Koffer im Handgepäckformat einpacken. Ihre Art der Auswahl fasziniert mich, denn wirklich alles kann miteinander kombiniert werden. Das spart tatsächlich nicht nur Platz im heimischen Kleiderschrank, sondern massiv Zeit, wenn es um die allmorgendliche Auswahl der Tagesgarderobe geht. Bea Johnson geht außerdem bewusst nur zweimal im Jahr Kleidung einkaufen – und tut dies ausschließlich in 2. Hand-Geschäften. Die Anzahl ihrer Kleidungsstücke ist stets limitiert und zeitlos zu stylen. Hierzu ein Zitat von ihr: „I was recently asked if, having graduated from Fashion school, I am not tempted to buy new, add pieces to my wardrobe or shop more often than twice a year… My answer was: Once you discover the advantages of a small wardrobe, you’ll find that they are too great to give up!“

Nun sollt ihr aber auch erfahren, was es in die Capsule Wardrobe 2016 von Bea Johnson geschafft hat: Inspirierend minimalistisch, absolut stilsicher und dabei wirklich nachhaltig – chapeau, Mrs. Johnson!

Bea Johnsons Capsule Wardrobe 2016 Foto: Bea Johnson, via www.zerowastehome.com
Bea Johnsons Capsule Wardrobe 2016 Foto: Bea Johnson, via www.zerowastehome.com

5 Fragen an …

…Stefanie Wyen von YOIQI!

Anfang letzter Woche habe ich Stefanie Wyen, die Desigerin von YOIQI, einem Freiburger Label für Yoga- und Leisure-Wear, getroffen und mit ihr ein interessantes Gespräch über das Label geführt, das sie zusammen mit Lothar Dubaschny und Alexander Brief gegründet hat.

Desigerin Stefanie Wyen über den Dächern von Kairo - natürlich im YOIQI Jumpsuit! Photo: xxx
Desigerin Stefanie Wyen über den Dächern von Kairo – natürlich im YOIQI Jumpsuit! Foto: Alexander Brief

1. Zu allererst, weil mich das interessiert und ich denke, auch unsere Leserinnen und Leser: Was bedeutet das Wort YOIQI und für was steht euer Label?

Also das Wort hat keine Bedeutung in dem Sinne. Wir wollten ein kurzes, prägnantes Wort als Namen für unser Label. Jeder kann darin sehen war er will. YOIQI steht für Yogakleidung und Leisure-Wear aus Biobaumwolle, die organisch angebaut wird und sich gut anfühlt. Es geht uns um das Gefühl, das man beim Tragen und Anfassen der Kleidung hat. Uns ist es wichtig, dass unter fairen und nachhaltigen Bedingungen produziert wird. Dass alles aus einer Hand kommt, ist ganz ausschlaggebend gewesen, uns für diese Produktionsstätte zu entscheiden. Die Baumwolle wird bei Sekem – einer ägyptischen Kulturinitiative –  angepflanzt, versponnen, verwoben, geht in den Zuschnitt und schließlich in die Produktion. Alles ist nur wenige Stunden voneinander entfernt. Das kannte ich vorher nicht aus der Modebranche, dass es das gibt und es so transparent ist.
YOIQI steht außerdem für Yogakleidung, die durchdacht ist. Vor allem in den Jumpsuits kann man Yoga praktizieren, ohne sich Gedanken über die Kleidung zu machen – weil alles sitzt und nichts verrutscht und man nicht ein T-Shirt versorgen muss, wenn man in den Handstand geht.

2. Meine zweite Frage kommt jetzt zu wie die Idee entstanden ist, dass ihr euch zu dritt zusammen tut, um dieses Label in Freiburg zu gründen. Du bist ja Designerin – da habe ich mich gefragt, ob die erste Impulssetzung dann auch tatsächlich von Dir kam.

Es gab verschiedene Impulse. Von mir kam der Impuls Yogakleidung zu designen. Die ersten Prototypen habe ich alleine entwickelt, bevor es YOIQI gab. Dann lag das Ganze aber ziemlich lange auf Eis, weil ich beruflich und privat mit anderen Dingen beschäftigt war. Gedanklich hatte ich mich schon fast davon verabschiedet, meine Yogakollektion zu verwirklichen. In dieser Zeit bin ich auch Mutter geworden und als meine Tochter schon ca. 3 Jahre alt war, sind Alex und Lothar auf mich zugekommen. Sie hatten die Idee, Kleidung aus sehr schönen, hochwertigen und angenehmen Materialien herzustellen, sozusagen Lieblingsstücke. Sie haben jemanden vom Fach gesucht, um ihre Vorstellungen umsetzen zu können. So kam eins zum anderen, meine Yogakollektion und die Ideen von Alex und Lothar.
Alex reist schon seit über 20 Jahren nach Ägypten und hat somit den Kontakt zu Sekem hergestellt. Drei Leute, die was mit Kleidung machen wollten oder schon gemacht haben und einer, der eben das Material und die Produktionsstätte aufgetan hat. Und, dass wir alle richtig Lust dazu hatten.

3. Es war quasi von Anfang an klar, dass euer Label öko-fair sein soll – weil sich das so gemeinsam entwickelt hat? Die Yogakleidung, dann der Impuls von den anderen beiden?

Nachdem Alex uns von Sekem berichtet hat, sind wir zu dritt nach Ägypten geflogen, um uns vor Ort ein Bild zu machen. Es hat einfach alles von Anfang an gepasst. Sekem produziert nur Biobaumwolle, die wird weiterverarbeitet und es entsteht somit Biobaumwoll-Jersey. Dadurch war klar: Es muss etwas mit Baumwolljersey werden. So sind wir wieder zu meiner Yogakollektion gekommen und weg von diesen Lieblingsteilen, weil wir wussten, für die Yogasachen brauchen wir eigentlich genau das. Da hat sich einfach der Weg aufgetan und es klar war: Das probiert man jetzt. Wir haben gar nicht weiter geschaut nach anderen Anbietern, waren auf keiner Messe, haben keine anderen Produktionen recherchiert. Da kam eins zum anderen. Wir haben einfach gesagt: Wir probieren es aus un dann ging es weiter, weiter, weiter.

Willst Du noch ein paar Worte zu diesem Modellprojekt Sekem sagen?

Sekem ist eine ägyptische Kulturinitiative, die vor 35 Jahren gegründet wurde und seit ca. 20 Jahren im Textilbereich arbeitet. Teilweise auch für sehr etablierte Unternehmen, wie z.B: People Wear Organic, was für uns ein großer Vertrauensbeweis war. Wenn es da so lange funktioniert, dann können wir das auch wagen. Sekem hat eigene Plantagen, allerdings werden Bauern auch geschult ökologisch anzubauen und ihnen garantiert, dass die Baumwolle zu einem guten Preis abgenommen wird. Es ist ein wunderschönes Areal voller Blumen und Pflanzen und quasi aus dem Nichts entstanden, vorher war da karge Wüste. Die Menschen haben dort so viel aufgebaut und so viele Arbeitsplätze geschaffen für die ägyptische Bevölkerung. Ein österreichisch-ägyptisches Paar hat das aufgebaut. Die Bedingungen sind fair und was auch sehr schön ist: Sekem hat nicht nur diese Textilproduktion. Sie produzieren Tees, Gewürze und medizinische Produkte au pflanzlicher Basis. Auf dem Firmengelände befindet sich auch ein Waldorfkindergarten, eine Waldorfschule, sogar eine kleine Universität für nachhaltiges Wirtschaften. Sie haben ein Krankenhaus auf dem Gelände. Die Arbeiter und die umliegenden Dörfer nutzen das sehr gerne und nehmen das sehr gut an. Es ist wie eine eigene, kleine Welt in Ägypten. Es ist sehr schön und macht sehr viel Spaß da zu arbeiten. Es ist alles transparent, wir dürfen uns dort frei bewegen mit Kamera, filmen, fotografieren. Da wird nichts kontrolliert. Wir können mit den Arbeitern sprechen und wir haben da immer eine sehr schöne, gute Zeit.

Auf dem Gelände von SEKEM, Photo:
Auf dem Gelände von Sekem, Foto: Alexander Brief

4. Dann würde ich jetzt zu eurem Team kommen. Deinen Hintergrund kenne ich, aber aus welchen Bereichen kommen die anderen beiden und wie ergänzt ihr euch dadurch auch im Team?

Ich habe in Pforzheim Modedesign studiert und bin dann nach dem Studium auch direkt Richtung Design von Sportbekleidung gegangen. Dem bin ich eigentlich auch immer treu geblieben – das Ästhetische mit dem Sinn, Zweck und Nutzen zu verbinden. Alex und Lothar sind seit Jahrzehnten Freunde und haben einfach schon mehrere Businesssachen miteinander gemacht. Lothar hat Dubsta, einen Getränkehändler gegründet, der heute unter dem Name Südstar aktiv ist. Alex ist dort später ebenfalls eingestiegen. Sie haben daher schon einmal Erfahrungen als Gründer von Unternehmer gemacht. Das war nicht das Einzige: Alex hat verschiedene kulturelle Projekte verwirklicht und auch das Café Wilhelm-Moltke eröffnet. Sie sind beide Menschen, die neugierig sind und auch bleiben. Wenn sie was interessiert, anfangen zu recherchieren und es dann wagen, die Dinge auch umzusetzen. Aber auf eine sehr angenehme Art und Weise. Was mir total gefällt und geholfen hat in dem Team ist, dass wir alles mit sehr viel Geduld angehen und sehr organisch wachsen lassen. Da konnte ich echt viel von den beiden und ihren unternehmerischen Fähigkeiten lernen.

5. Was wünscht ihr euch für euer Team und euer Label für das Label für das nächste Jahr?

Für unser Team wünschen wir uns weiterhin viel Freude, kreative Ideen und Spaß beim gemeinsamen Arbeiten. Unsere Kollektion würden wir gerne noch ausweiten –  definitiv mehr Farben und auch ganz klar Oberteile wären schön. Wir hoffen, dass die Menschen, die unsere Kleidung kaufen und tragen, sich darin wohlfühlen und wir weiterhin so positives Feedback bekommen – und wir diesen Standard auch halten können.

Vielen Dank für das Gespräch!

Neu in unserem Sortiment: Stylische Rucksäcke von pinqponq!

Wir habens schon wieder getan – und zwar ein neues Label in unser Sortiment aufgenommen! Manch eine*r von euch hat sie ja vielleicht schon das ein oder anderen Mal erspäht: Die stylisch anzusehenden Rücksäcke des Labels pinqponq!
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Die Idee hinter dem noch jungen Label für Backpacks und Accessoires ist es, Mode, Funktionalität und Nachhaltigkeit miteinander zu verbinden. Die Gründer*innen verstehen ihre Produkte als eindeutige Modestatements, die dabei unterstützen sollen, entspannt und stilsicher den (All)tag zu meistern. Cleanes Design, das aber Komfort nicht vermissen lässt und deswegen in Form der schicken Rucksäcke zum beständigen Begleiter wird – egal ob für den Weg in die Arbeit, zur Uni, oder den Kurztrip am Wochenende. Dank ihrer immer sehr übersichtlichen Innenausstattung samt unterschiedlicher Fächer, kann ein pinqponq-Rucksack sehr bedarfsgerecht zum Einsatz kommen und schafft so die Möglichkeiten für die ideale Organisation.
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Dabei ist pinqponq weit mehr als nur ein Name – pinqponq ist eine Haltung und ein Versprechen: Mit durchdachtem Gespür für Trends, entwickelt das sechsköpfige Team aus Köln nachhaltige Produkte mit einem hohen Anspruch an Design und Funktionalität. Die verwendeten Stoffe bestehen zu 100% aus recycelten PET-Flaschen. Dadurch werden Umweltbelastungen im Herstellungsprozess enorm verringert. Denn im Vergleich zu herkömmlichen Produktionsweisen werden die Abwassermengen um 20%, der Energieverbrauch um 50% und die Schadstoffemissionen um 60% gesenkt. Die Stofflieferanten sind bluesign®-zertifiziert, was bedeutet, dass die Textilien ohne den Zusatz giftiger Chemie gefärbt werden. Dies hat natürlich auch mit der Haltung zu tun, mit der das Label seinen Zulieferbetrieben begegnet: Für pinqponq ist es eine Selbstverständlichkeit, dass in den Produktionsstätten seiner Partner arbeitnehmerfreundliche Verhältnisse herrschen. Deswegen hat sich das Label auch für Vietnam und den dort ansässigen Produzenten entschieden, da die dort bestehenden Arbeitsbedingungen mit geregelten Arbeitszeiten, regelmäßigen Pausen sowie einer Betriebskantine die gesetzlichen Standards sogar übertreffen.
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Wir freuen uns auf jeden Fall, dass wir euch diese feinen Rucksäcke ab sofort in unserem Online-Shop, sowie unserem Freiburger Ladengeschäft anbieten können!

Zahnpasta selbstgemacht: Mit nur 4 Zutaten!

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Manchmal posten wir hier auf unserem zündstoff-Blog ja auch mal das ein oder andere Rezept. Heute gibt es eins für eine selbstgemachte Zahnpasta, die coolerweise nur aus 4 Zutaten besteht! Außerdem ist sie wirklich schnell gemischt und ziemlich ergiebig und effektiv – ich benutze sie selber und meine Zahnärztin war bis dato immer sehr zufrieden mit meiner Zahnhygiene.
Neben der Tatsache, dass eine solche DIY-Zahnpasta überschaubar wenige Inhaltsstoffe hat – verglichen mit v.a. konventionellen Produkten aus dem Drogeriemarkt – ist ein weiterer Grund für mich die beinah plastikfreie Herstellung. Fallen bei gekauften Produkten eigentlich immer Tuben aus Plastik samt Plastikdeckel an (außer bei Aluminiumtuben, allerdings ist auch da der Deckel aus Plastik), kommt diese Zahnpasta v.a. auf längere Sicht gesehen beinah ohne Plastik aus. Wieso nur beinah? Eine Zutat – den Birkenzucker – konnte ich bis dato nicht anders verpackt finden. Allerdings reicht eine 500gr Verpackung so lange, dass meiner Meinung nach diese eine Plastiktüte die vielen eingesparten Plastiktuben aufwiegt. Trotzdem: Wer weiß, wo es Birkenzucker in Papier verpackt gibt – bitte melden.

Folgendes braucht ihr für diese Zahnpasta:

– 2 EL Bio-Kokosöl (div. Bioläden)
– 2,5 EL Xylit (Auch Birkenzucker oder Xylitol genannt. Dieser Zuckerersatzstoff ist in Bioläden und Reformhäusern erhältlich und schützt vor Karies.)
– 2 EL Siliceapulver (Silicea wird auch Kieselsäure genannt. Gibt es als Nahrungsergänzungsmittel in Papier verpackt bei DM.)
– 15 Tropfen ätherisches Pfefferminzöl (Apotheken oder Bioläden)
– Messlöffel (am besten solche, die auch zum Backen verwendet werden. Mit herkömmlichen kann es u.U. zu ungenau werden)
– Topf
– Metallschüssel
– Schraubglas

Kokosöl im Wasserbad schmelzen. Kurz abkühlen lassen. Dann die restlichen trockenen Zutaten untermischen und gut verrühren. Es entsteht sehr schnell eine weiche Paste. Für ein frisches Gefühl beim Putzen jetzt noch das ätherische Pfefferminzöl hinzugeben und vermengen. Voilà: Fertig ist eure Zahnpasta! Nun am besten in ein sauberes Schraubglas füllen und ab ins Badezimmer damit. Sie wird übrigens durch das Kokosöl noch härter – bei großer Hitze im Sommer gerne weich. Zum Putzen entnehmt ihr ganz einfach mit einem kleinen Holzspatel oder Löffel ein erbsengroßes Stück und schon kanns losgehen. Am besten natürlich mit einer Holzzahnbürste, die es mittlerweile in immer mehr plastikfreien Online-Shops zu kaufen gibt : ) Übrigens: Zahnseide gibt es erfreulicherweise auch plastikfrei – nämlich aus Seide und mit Bienenwachs in einem wiederbefüllbaren Glasröhrchen. Dabei kommen die Spulen in einem Pergamintütchen.
Viel Spaß beim Zähneputzen!

Disclaimer:
Diese Zahnpasta enthält kein Fluorid. Ist es euch wichtig, das über das Zähneputzen zuzuführen, gibt es als Alternative zu selbstgemachter Zahnpasta fluoridhaltige Dental-Tabs zu kaufen. In bestimmten Online-Shops plastikfrei (in Papier) verpackt.

Neu in unserem Sortiment: mela wear!

Wieder mal gibt es ein neues Label bei uns: mela wear aus Lüneburg! Das junge Team gründete das Unternehmen im vergangenen Jahr und hat sich zum Ziel gesetzt, Brücken zwischen Europa und Entwicklungs- bzw. Schwellenländern zu schlagen und so fairen Handel mit ökologisch hergestellten Produkten zu fördern. Dabei steht für mela wear Transparenz in der Herstellungs- und Lieferkette sowie die Qualität der Produkte im Mittelpunkt. Außerdem legt das Label großen Wert auf einen persönlichen und freundschaftlichen Kontakt zu Partnern in Indien – wo sämtliche mela wear-Produkte hergestellt werden – und Deutschland. Der Name mela wear ist übrigens aus dem Wort ‚mela‘ entstanden, was auf Hindi ‚gemeinsames Handeln‘ bedeutet – faire Arbeitsbedingungen und Löhne sind dementsprechend für alle Beteiligten eine Selbstverständlichkeit. Dies bedeutet natürlich auch, diese Standards unabhängig überprüfen und kontrollieren zu lassen, was durch GOTS- und Fairtrade-Zertifizierungsstellen geschieht.

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Die absichtlich überschaubar gehaltene Kollektion von mela wear umfasst aktuell Hoodies und T-Shirts für Damen und Herren sowie den ersten Rucksack überhaupt, der GOTS- sowie fairtrade-zertifiziert ist. Die Kleidung besteht zu 100% aus Biobaumwolle und der eben neu erschienene Rucksack ‚Ansvar‘ (dies steht in Skandinavien für ‚Verantwortung‘) kann sich wirklich sehen lassen: Baumwoll-Canvas aus biologischem Anbau, pflanzlich gegerbtes Ziegenleder sowie nickel- und chromfreie Schnallen – alles in einer sehr lokalen Fertigungskette in Indien hergestellt. Schickes skandinavisch-inspiriertes Design steht für Understatement und macht diesen Rucksack zu einem feinen Teil mit hohem Anspruch an Nachhaltigkeit – das Ganze ist zudem mit 99 Euro sehr erschwinglich und somit auch für den nicht ganz so dicken Geldbeutel bezahlbar. Außerdem großes Thema bei mela wear: Das Cradle-to-Cradle Prinzip. Das Label versucht nämlich, seine Produkte so zu konzipieren und herzustellen, dass sie entweder biologisch abbaubar sind, oder beständig re- bzw. upgecycelt werden können und so eine Kreislaufwirtschaft ermöglichen, die keinen Abfall produziert.
Wir finden das alles ziemlich cool und freuen uns, euch ab jetzt mit den Hoodies sowie den Rucksäcken von mela wear zu beglücken!

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Skinny Jeans…quo vadis?

Bereits seit einigen Mode-Seasons wird ein Abgesang auf die Skinny Jeans gesungen. Aber wirklich gehen will sie auch nicht, bzw. es ist immer noch unklar wohin denn eigentlich. Wirft man einen Blick in unterschiedliche Medien – nicht nur in Modeblogs und -zeitschriften, sondern auch in die Feuilletons großer Tagezeitungen – beschäftigen diese engen Beinkleider Modeexpert*innen wie Kulturkritiker*innen gleichermaßen. Die Süddeutsche Zeitung z.B. spricht davon, dass Shopping langweilig geworden sei und Modedesigner*innen noch nichts gefunden hätten, was die Massenmarkt-Kund*innen von Skinny Jeans und weiten Oberteilen abbringen könne. Im Kulturteil der Wochenzeitung Der Freitag wird die Skinny Jeans von Elena Beregow gar als gegensätzliches sowie mehrdeutiges Kleidungsstück verstanden, das einerseits emanzipative Züge zu haben scheint, weil es sowohl von sehr schlanken, wie auch eher beleibten Menschen getragen wird. Andererseits würde es durch den engen Schnitt gleichzeitig auch immer den Verdacht erregen, seinen Teil zur neoliberalen Selbstoptimierung beizutragen. Dank Elasthan-Anteil sind Skinny Jeans allerdings tatsächlich sehr bequem – auch und vermutlich gerade für viele nicht-dünne Menschen ein beliebtes (weil stretchiges) Stück Alltag – und sehr entgegen den oftmals elitären Meinungen von Modehäusern und ihren Designer*innen, die Skinny Jeans am Liebsten verbannt sehen würden – aber vermutlich nur, um sie in wenigen Jahr wieder als die neue Modeentdeckung feiern und vermarkten zu können. Und eine aktuelle Statistik sieht Skinny Jeans ganz offiziell im Niedergang begriffen:

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via Quartz

Schon seit einiger Zeit regt sich so also bei Fashionistas, Designer*innen und Mode-Blogger*innen Widerstand und weitere bis sehr weite Hosenbeine sind auf den Laufstegen der Welt zu begutachten. Da gibt es nun also wieder die bekannten hochhüftigen Marlene-Hosen, außerdem Culottes oder Gehröcke (ich hatte als Kind sowas), Palazzo-Pants mit irren Prints und natürlich – wen würde es wundern – die guten alten Schlaghosen inkl. Hut und Hippie-Blüschen. Praktischerweise hat mensch solche Modelle evtl. sogar noch in der hintersten Schrankecke, wo sie im Dunkel auf diesen ihren Moment im Jahr 2016 gewartet haben.

Jetzt können sich allerdings an solch weiten Beinkleidern auch die Geister scheiden. So viel Stoff, so viel, was da um die Beine schlingert, viel zu viel High-Waist oder – wie bei den Cropped-Modellen – Hochwasser-Hosiges. Ich persönlich mag weite Hosen durchaus auch (mal), empfinde sie aber z.B. packtechnisch als die reinste Zumutung (außer es sind luftig-dünne Sommerhosen). Denn da kann so eine eingerollte Skinny Jeans nur punkten. Oder eine Leggings. Aber das ist nochmal ein anderes Thema.

Wir bei zündstoff sehen das alles übrigens ganz entspannt. Und verkaufen euch weiter sehr gerne Skinny Jeans, die ihr Mode-Rebell*innen euch dann zu Maxi-Shirts anziehen und euch einfach wohl darin fühlen dürft. Ganz nach dem Motto: Einfach mal nichts anderes. Sondern das ewig Gleiche – bis auch das wieder in Mode kommt.