Die Arche Warder – ein Bauernhof der etwas anderen Art.

Zum Sommeranfang möchte ich euch einen nachhaltigen Ausflugstipp für einen Urlaub an der Ostsee vorstellen. In Schleswig-Holstein zwischen der Nord- und Ostsee befindet sich der kinder- und erwachsenenfreundliche Tierpark „Arche Warder„. Was auf den ersten Blick aussieht, wie die Gesellschaft eines normalen Bauernhofes, entpuppt sich bald als eine Arche von außergewöhnlichen Haus- und Nutztieren. Die Schweine haben lustige Flecken, die Esel eine prächtige Haarmähne und die Schafe sind mit Korkenzieherhörnern geschmückt. Eine bunte Mischung besonderer Tiere kommt dort zusammen und hat dabei eines gemeinsam: Viele von ihnen stehen auf der roten Liste der bedrohten Tierarten.

esel

In den letzten 100 Jahren wurden Nutztiere hinsichtlich ihrer Produktivität und Effizienz extrem gezüchtet. Durchgesetzt haben sich nur einige wenige Rassen. Diese wurden durch Überzüchtung oft medikamenteabhängig und krankheitsanfällig. Industrielle Milchkühe können ihre Kälber heute meist nur noch per Kaiserschnitt auf die Welt bringen und wären ohne „menschliche Hilfe“ kaum noch lebensfähig.

Diese Abhängigkeiten bergen gefährliche Risiken. Werden bestimmte Tiere von einem aggressiven Virus befallen, wird sich dieser schnell ausbreiten. Natürliche Veränderungen oder Katastrophen würden viele dieser Tiere nicht überstehen. Der Poitou-Esel oder das Hinterwälderrind aus der Arche Warder sind dagegen sehr robuste Tiere. Die Erhaltung solcher Tiere ist nicht nur hübsch und lustig, sondern ein Beitrag zur Erhaltung der Nahrungssicherheit kommender Generationen. Die Vielfalt unterschiedlicher Gene und Rassen lässt Lebewesen flexibel auf Veränderungen reagieren. Und diese Veränderungen werden kommen, da bin ich ganz sicher. Deshalb sollten wir die Arche Warder als das ansehen, was sie wirklich ist: Eine Arche für die Zukunft.

schweinefamilie

Sie eröffnet außerdem einen spannenden Einblick in alternative Landwirtschaft, außergewöhnliche Tierrassen und gibt den Fleischliebhabern unter uns die Möglichkeit, ein zu Lebzeiten glückliches Schnitzel aus eigener Landwirtschaft zu essen.

Und wem der Ausflug nach Norden aus Freiburg zu weit ist, der kann den Poitou-Esel auch auf dem Mundenhof bestaunen!