Es ist normal, verschieden zu sein – ein Interview mit der freien Kapriole Freiburg

// Die Kinder an der freien demokratischen Schule Kapriole lernen wann, wo, was, wie und mit wem sie wollen.

// Sie haben die Freiheit zu tun was sie möchten, solange es die Freiheit der anderen nicht einschränkt.

// Alle Belange des Schulalltags werden in der wöchentlichen Schulversammlung diskutiert und beschlossen, in der SchülerInnen und LehrerInnen gleichberechtigt eine Stimme pro Person haben.

Die Kapriole ist eine von etwa 100 freien Alternativschulen in Deutschland und seit 1997 staatlich genehmigt. Mit rund 150 SchülerInnen ist sie eine der größeren unter den alternativen Schulen. In der Kapriole steht nicht der Lehrplan oder Lernstoff, sondern der Mensch im Mittelpunkt: Selbstbestimmtes Lernen in Eigenverantwortung und demokratische Strukturen bilden den Kern des Selbstverständnisses. Das Konzept wirkt abenteuerlich, dagegen erscheint selbst die Waldorfschule wie eine Militärakademie. Ein freier, demokratischer Schulbetrieb, bei dem auch schon einmal der Unterricht wegen schönem Wetter ausfällt.

Aber kann das auf Dauer funktionieren? Wie sieht der Alltag in der freien Kapriole aus, welchen Herausforderungen müssen sich die Kinder, LehrerInnen und Eltern stellen und was können andere Schulen noch von der Kapriole lernen? Genau das wollte Janina herausfinden und hat sich für zündstoff einen Tag lang in der Kapriole umgeschaut.

Viel Freunde beim Lesen!

Donnerstag, 11:00 Uhr. Auf dem Gelände der Kapriole angekommen, fällt mir schon von Weitem ein Junge ins Auge. Er wirkt unglaublich geerdet und in sich ruhend und strahlt selbst aus der Ferne etwas Warmes aus. Als ich ihn frage, wie es ihm an der Schule gefällt, spricht er mit leuchtenden und dankbaren Augen. Ich bin fast ein wenig überrascht: Welcher junge Mensch aus einer „normalen“ Schule spricht über seine Schulzeit, als wäre sie die schönste Zeit seines Lebens gewesen? Jemand, der als Mensch ernst genommen und respektvoll in seinem eigenen Lernprozess begleitet wurde. Ein Beweis dafür, dass diesen Schulen vielleicht die Zukunft gehört?

Das Potential hinter dem Konzept von freien Schulen wie der Kapriole können sich viele häufig nicht vorstellen. Das Wichtigste in der Erziehung und Schule sollte sein, Kinder in ihrem natürlichen Drang zum Lernen zu begleiten und gezielt zu fördern. Durch die eigene Erziehung geprägt, fällt es Menschen oft schwer, das Konzept zu (be-)greifen.

Ich bin neugierig geworden und frage den Jungen, der um die 15 Jahre alt gewesen sein muss, was für ihn das Besondere der Kapriole ist?

„Was uns vom ersten Tag an vermittelt wird ist, dass wir alle Menschen sind, die komplett eigene Gedanken, Träume und Bedürfnisse haben. Man versucht nicht, uns in eine bestimmte Richtung zu drängen. Nicht bevormundet zu werden, ist ein tolles Gefühl! Die Möglichkeit, dass wir jeden Tag auf ein Neues unsere Umgebung mitgestalten können, ist unglaublich cool. Ich hatte stets das Gefühl, dass ich meine Persönlichkeit sehr viel freier entfalten konnte wie es an den Regelschulen der Fall ist. Schule sollte nicht als etwas Unangenehmes empfunden werden. Ich glaube viele Kinder haben heutzutage Angst zur Schule zu gehen und zu versagen. Ich schätze mich echt glücklich, dass ich immer gerne zur Schule gegangen bin und nie das Gefühl hatte, nicht zu genügen.“

Der Junge spricht klar und deutlich und wirkt sehr reflektiert für sein Alter. Was ist denn, wenn Kinder den ganzen Tag lang nur Computer spielen wollen?, frage ich ihn anschließend noch.

„Es gibt schon einige SchülerInnen, die eine gewisse Zeit lang versumpfen und viel Computer spielen. Das ist aber immer nur eine Phase z.B. über den Winter. Sobald es draußen wieder wärmer wird, ändert sich das auch wieder schnell. Die größte Angst haben meist die Eltern. Das Kapriole Konzept braucht viel Vertrauen von allen Seiten. Es kam schon vor, dass Eltern ihre Kinder nach ein paar Jahren wieder von der Schule genommen haben. Die Angst, dass ihre Kinder nicht das lernen, was sie für das spätere Leben „brauchen“, bereitet vielen Kopfschmerzen. Ich gebe zu, dass es teilweise wirklich schwierig ist von Außen nachzuvollziehen, dass das Konzept Früchte trägt. Die „klassischen“ Lernerfolge sind nicht so einfach zu beobachten und messbar. Hier ist alles etwas anders.“

Dann begrüßt mich Martin, einer der sog. Teamer in der Kapriole, und führt mich in die Schule. Es ist Fasching bei den Kleinen und so rennen Zauberer, Krokodile und Piloten um mich herum. Alles wirkt sehr belebt und in Bewegung. Martin führt mich durch die Räumlichkeiten der Schule und wir kommen schnell ins Gespräch.

Martin, Selbstbestimmtes Lernen in Eigenverantwortung, demokratische Strukturen, freiwilliger Unterrichtsbesuch. Das klingt fast zu schön um wahr zu sein. Wo ist der Haken?

Martin (schmunzelt): „Es gibt keinen Haken in meinen Augen. Kinder, die sich ernst genommen und respektiert fühlen, die in ihrem individuellen Entwicklungsprozess begleitet werden und sich in einem sicheren Rahmen entwickeln können und sich dabei nicht verbiegen müssen für andere und das System, können sich zu eigenständigen Menschen entwickeln, die gelernt haben sich miteinander auseinanderzusetzen. Ich finde, eine demokratische Gesellschaft kann von solchen Menschen nur profitieren. Es ist alles eine Frage der Perspektive. Der Begriff „Querdenker“ ist häufig negativ behaftet. Ich finde es wichtig, dass Kinder vorgelebt bekommen, dass es normal ist, dass Menschen verschiedene Ansichten haben und alle, ob LehrerIn oder SchülerIn, ihre Meinung äußern dürfen.“

Bei euch entscheiden die SchülerInnen, was sie lernen wollen und auch wann und wie sie das tun wollen. Dass Lernen effektiv(er) ist, wenn es von Interesse geleitet wird, wurde wissenschaftlich belegt. Klassenarbeiten, Noten und Zeugnisse sucht man bei euch vergeblich. Wenn es keinen Leistungsdruck gibt, was motiviert die Kinder dann zum Lernen?

„Bei uns dreht sich viel um informelles Lernen – eine Lernart, bei der sich ein Lernergebnis einstellt, ohne dass dies von vornherein bewusst angestrebt wird. Charakteristisch für informelles Lernen ist, dass es handlungsbasiert – fast intuitiv – erfolgt und nicht institutionell organisiert ist. Bei informellen Lernprozessen, die auch pädagogisch begleitet werden, stellt sich ein Lernergebnis ein, das aus natürlicher Situationsbewältigungen und Problemlösungen folgt. Wollen die Kinder z.B. eine Exkursion machen, organisieren sie mit zunehmenden Alter mehr und mehr alleine – und das völlig selbstverständlich. Der Bus muss organisiert werden, die Kosten kalkuliert, Dienste verteilt werden usw. So kommen die in z.B. Matheangeboten erworbenen Kompetenzen direkt zum Tragen. Ein weiteres Beispiel: Jeder Raum bei uns hat einen Ländernamen – Laos, Peru, Indien etc. – und vor jedem Raum hängt ein kleines Bild mit Kartenauschnitt. So lernen die Kinder nebenbei Geographie und entwickeln vielleicht auch den Wunsch, die Welt verstehen und sehen zu wollen.“

Es gibt keine festen Regeln in der Kapriole. Und doch gibt es Regeln und Pflichten, die das Miteinander möglich machen. Wie werden Regeln verhandelt. Wer hat das letzte Wort?

„Die Kapriole ist eine basisdemokratische Schule, das bedeutet, die Mehrheit hat am Ende das letzte Wort. Im Vergleich zum demokratischen Ansatz zielt der basisdemokratische Ansatz noch mehr auf das Wohl aller. Auch hier ein Beispiel: Statt ein Ergebnis von bspw. 40 Ja- vs. 16 Nein-Stimmen anzunehmen, wird versucht, über einen sachlichen Austausch, eine Lösung zu finden, die am Ende von deutlich mehr Menschen getragen wird.“

Könnte das Konzept der freien Kapriole auch mit 500+ SchülerInnen funktionieren? Wo siehst du die Grenzen des Konzepts?

„Gute Frage. Wir haben aktuell mit etwas mehr als 150 SchülerInnen unsere Grenze erreicht. So gerne wir weiter wachsen und mehr Kinder aufnehmen würden, alleine die Räumlichkeiten ließen dies aktuell nicht zu und auch aus personeller Hinsicht sind wir mit 26 fest Angestellten und Honorarkräften bereits gut ausgelastet. Es gibt jedoch z.B. in Israel demokratische Schule mit bis zu 500 SchülerInnen. Auf der demokratischen Basis entstehen dann sicherlich andere Formen des Zusammenlernens, jeweils passend für die Anzahl und die Persönlichkeiten der Menschen vor Ort. Daher sehe ich prinzipiell keine Grenzen – nur andere Herausforderungen.“

Die Kapriole hat ungefähr 150 SchülerInnen im Alter von 6-18 Jahren. Wie viele Nationen sind darunter vertreten und wie ist das Verhältnis Jungs/Mädchen an der Schule?

„Bei uns ist es normal, verschieden zu sein. Wir haben eine buntgemischte Schülerschaft, natürlich auch mit Migrationshintergrund. Das Verhältnis Jungen zu Mädchen ist relativ ausgewogen.
 Wir haben sowohl Kinder, deren Eltern Hartz IV beziehen als auch Kinder von AkademikerInnen. Unser solidarisches Schulgeldsystem unterscheidet uns dahingehend auch von anderen Privatschulen. 
 Auch Inklusion gehört selbstverständlich in den Schulalltag, wenn sie uns auch vor Herausforderungen stellt und ein immer Weiterdenken erfordert.
 Dennoch haben wir derzeit z.B. leider keine Kinder mit Fluchterfahrung. Das finden wir auch schade. Es zeigt uns aber, dass man unserem Konzept nicht ohne Weiteres im Schulsystem begegnet und dass unsere Öffentlichkeitsarbeit entsprechend ausbaufähig ist. Wir haben aber einige tolle Projekte mit Flüchtlingen am Laufen.
 Grundsätzlich lässt sich sagen, dass jeder willkommen ist, der bereit ist seinem Kind auf Augenhöhe zu begegnen.“

In welchen Bereichen engagieren sich die SchülerInnen ganz besonders? Welche Themen stoßen hingegen auf kein bis wenig Interesse?

„Das ist wirklich ganz individuell! Es gibt immer viele Fußballspielende, Rollenspiele sind beliebt, Programmieren oder digitales und analoges Gestalten, das Nachspielen von gesehenen Dokumentationen (z.B. Gladiatoren), Fotografieren, Backen, Organisieren von Personalfragen, Medienregelungen und dem Schlichten von Konflikten…aber auch klassische schulische Themen stoßen auf Interesse. Es findet immer so viel parallel statt, dass man manchmal traurig ist, nicht alles mitzubekommen.“

Unterricht, der nur stattfindet, wenn er gewünscht wird. Gibt es so etwas wie zu viel Freiraum? Mit Freiheit kommt Verantwortung. Wie äußert sich das im Tagesablauf?

„Freiheit bedeutet natürlich immer auch ein gewisses Maß an Verantwortung. Es kann schon einmal vorkommen, dass sich Kinder entscheiden wegen des schönen Wetters draußen im Garten zu liegen oder selbstständig dort zu lernen, anstatt in einen Kurs zu gehen. Aber auch das unterstützen wir. Außerdem, jeder Mensch will lernen! Lernen ist der natürliche Antrieb eines jeden Menschen, ein essentielles Werkzeug, um die eigene Lebensqualität zu verbessern und sich die Welt zu erschließen. Kinder sind viel verantwortungsvoller als es ihnen die Gesellschaft zutraut. Die SchülerInnen sind sich der Verantwortung bewusst, die das Konzept der Kapriole mit sich bringt. Die älteren SchülerInnen dienen oft als Vorbild. Wir haben auch Kinder, die schon bei ihrer Einschulung wissen, was sie später werden wollen und darauf arbeiten sie hin. Nur halt auf eine andere Art. Wir versuchen sie dabei pädagogisch zu begleiten und ihre Selbstwirksamkeit an möglichst vielen Stellen erleben zu lassen.
 Natürlich kann Freiheit auch zu Langeweile führen. Das eigene Überwinden von Langeweile ist aber oft der Anfang von tollen neuen Lebensphasen.“

Burnout bei Schulkindern, Mobbing und ADHS sind an vielen Schulen an der Tagesordnung. Was ist das Geheimnis der Kapriole?

„Ich glaube es gibt kein Geheimnis bzw. wenn es eins gibt, liegt dieses auf der Hand. Begegnet man Kindern auf Augenhöhe und bietet ihnen den Raum, ihren Interesse nachzugehen, können sie sich in ihrem individuellen Rhythmus entfalten und fühlen sich nicht gehetzt in dem was sie tun. Viele Kinder an Regelschule fühlen sich dem Druck nicht mehr gewappnet, der Tag ein Tag aus auf ihren Schultern lastet. Wir arbeiten ohne Druck von Außen: es gibt keine Noten, keine Zeugnisse und somit auch kein Sitzenbleiben oder Versagen. Das führt zwangsläufig auch dazu, dass es weniger Druck unter den SchüleInnen gibt und ein Miteinander mehr in den Fokus rückt. Effektives Lernen braucht Freiheit von Druck, Stress, Angst und Fremdbewertung.

Was Mobbing angeht, klar – das gibt es schon auch mal bei uns! Da wir jedoch eine kleine Schule sind, die ein offenes und ehrliches Miteinader fördert, klären viele Kinder ihre Probleme zügig untereinander. Alternativ gibt es  auch ausgebildete Streitschlichter, die weiterhelfen können.“

Unser Planet erstickt im (Plastik-) Müll. Wie sensibilisiert ihr die Kinder für das Thema Nachhaltigkeit und welche Maßnahmen werden vor Ort getroffen?

„Wir trennen auf dem gesamten Schulgelände unseren Müll und haben auch unsere Küche auf regional und fast vollständig vegetarisch umgestellt. Vielen Eltern ist eine ausgewogene Ernährung sehr wichtig und wir freuen uns, dass wir den Kindern ein leckeres und gesundes Mittag aus der Region anbieten können.“

Welche Bildungsabschlüsse können erreicht werden? Zieht es viele danach noch einmal auf eine „richtige Schulbank“?

„Bei uns können die SchülerInnen entweder mit dem Haupt- oder Werkrealschulabschluss die Schule verlassen. Sobald klar ist, dass der Werkrealschulabschluss angestrebt wird, bereiten sich die SchülerInnen entsprechend vor. Bisher haben alle ihren Abschluss geschafft. Und was die weitere Bildung angeht, kann ich das nicht pauschal sagen. Wir haben einige Kinder dabei, die studieren wollen und noch ihr Abitur an einer Regelschule machen.Andere wiederum möchten nach ihrer Zeit bei uns MechatronikerIn oder KonditorIn werden. Ich denke wir bewegen uns da in einem durchschnittlichen Rahmen.“

Wie gehen die Teamer mit besorgten (vielleicht auch wütenden) Eltern um, die das Schulkonzept hinterfragen, wenn z.B. ihr Kind nach 4 Jahren immer noch nicht schreiben oder bis 100 zählen kann?

„Das kommt in der Tat immer mal wieder vor, dass Eltern sich Sorgen machen und unser Konzept hinterfragen, wenn ihr Kind nach einer gewissen Zeit immer noch nicht schreiben oder rechnen kann. Am Ende des Tages braucht es eine Menge Vertrauen sowohl in uns und unser Konzept als auch in das eigene Kind. Da wir uns dessen bewusst sind, suchen wir uns die Kinder bzw. Eltern gut aus und es gibt Gespräche im Vorfeld, wo man sich beschnuppern kann. Manchmal wird klar, dass wir nicht die richtige Schule sind. Darüber hinaus gibt es eine Elternvertretung, die die Interessen der Eltern gegenüber uns Teamern vertritt. Wir streben auch mit den Eltern einen Austausch auf Augenhöhe an, was uns eigentlich immer sehr gut gelingt.“

In wie weit bringen sich die Eltern in den Schulalltag ein?

„Das kommt ganz drauf an. Manche bringen sich z.B. finanziell ein und unterstützen auf diese Art und Weise, dass jemand, der nicht so viel Geld hat, trotzdem unsere Schule besuchen kann. Von 60€ Schulgeld im Monat bis 400€ ist alles dabei. Dann gibt es jeden Mittag zwei Elternteile, die bei der Essensausgabe helfen, andere kommen zum Putzen oder helfen bei Ausflügen und Veranstaltungen.“

Trägt die Architektur dem besonderen Konzept Rechnung? Wie unterscheidet sich die Architektur der Schule von anderen?

„Mit dem Neubau des Schulgebäudes erreichen wir einen neuen Meilenstein in der Geschichte unserer Schule. Seit Kurzem steht fest: Die Kapriole kann an ihrem bestehenden Standort bleiben und das bislang angemietete Gebäude kaufen. Zudem können wir noch dringend benötigten Schulraum dazu erwerben. Ein Gebäudeteil muss wegen schlechter Bausubstanz durch einen Neubau ersetzt werden, ein anderer Teil kann saniert werden. Wir werden also abreißen, neu bauen, sanieren und dafür jede Menge Geld benötigen… Für den Um- und Neubau wurde das Büro Weissenrieder aus Freiburg beauftragt. Die Architekten entwickelten ein Gesamtkonzept, das in einem intensiven Prozess mit SchülerInnen, LehrerInnen und Eltern erarbeitet worden ist. Es entsteht eine neue Raumeinteilung, die unserem offenen Konzept mit viel Begegnungsräumen besser entspricht. Das Ergebnis ist ein hübscher, schlichter Holzbau, der sich harmonisch an die bestehenden Gebäudeteile und in den umliegenden Park einfügt.“

Wie viel Geld fehlt euch noch bis der Neubau realisiert werden kann? Was sind die größten Herausforderungen?

„Das gesamte Bauvorhaben wird in mehrere Bauabschnitte unterteilt. Das ermöglicht uns, den Schulbetrieb während der Bauzeit aufrecht zu erhalten. Der erste Bauabschnitt ist unser Neubau. Dann folgt der Umbau und zuletzt wird saniert. Unser Kostenrahmen geht von 4,7 Millionen Euro für den ersten Bauabschnitt aus. Dieser beinhaltet auch den Kauf des vorhandenen Gebäudes. Der Neubau ist zugleich der dringendste als auch der kostenintensivste Schritt für unsere Schule. Neben unserem bereits zurückgelegten Eigenkapital i.H.v. 400.000 € bringt sich die Schulgemeinschaft mit 10.000 Arbeitsstunden im Wert von 100.00 € in Eigenleistung ein. Die SchülerInnen beteiligen sich am Fundraising durch Konzerte, Flohmärkte, Theater- und Chorauftritte. Dennoch, damit das Bankdarlehen ermöglicht werden kann, benötigen wir möglichst viele Spenden. Jegliches Mehr an Eigenkapital verringert das notwendige Bankdarlehen – und damit auch langfristig die Schulkosten.

So viel Fragerei macht hungrig und so komme ich zum Schluss meiner Tour noch in den Genuss des Mittags. In lockerer Atmosphäre erzählen mir die Kinder von ihren bisherigen Reisen und sind ganz neugierig, was wir bei zündstoff machen. Noch ein Dattel Quark Dessert und einen Cappucciono bevor ich mich von Martin verabschiede.

Ein sehr bewegender Vormittag neigt sich dem Ende. Und ich bleibe zurück mit der Frage, ob ich mir vorstellen könnte, meine Kinder auf eine Schule wie die freie Kapriole zu schicken? Aber ich habe zum Glück noch mindestens sechs Jahre Zeit, bis ich eine Antwort auf diese Frage haben muss.

Mehr über die Kapriole findet ihr hier: https://www.kapriole-freiburg.de/

Mehr zum Neubau und wie ihr Spenden könnt hier: https://www.kapriole-freiburg.de/neubau/