Fashion Revolution: Was ist der Hintergrund?

Das Rana Plaza Gebäude nach dem Einsturz, Foto: rijans/ flickr

Als vor vier Jahren, am 24. April 2013, in Bangladeshs Hauptstadt Dhaka das 8-stöckige Fabrikgebäude Rana Plaza einstürzte, starben dabei mehr als 1100 Menschen – fast 2500 weitere wurden verletzt. Der Grund für dieses furtchbare Unglück: Schlechtes Baumaterial sowie Fahrlässigkeit der Eigentümer. Auch der Bauuntergrund war für ein Gebäude dieser Art eigentlich nicht geeignet. Am Tag vor dem Unglück waren signifikante Risse im Mauerwerk entdeckt worden. So verbot die Polizei den Arbeiter*innen den Zugang. Allerdings wurden die Textilarbeiter*innen von den Fabrikbetreiber*innen gezwungen, trotzdem zu arbeiten. Deswegen hielten sich beim Einsturz des Gebäudes immer noch 3000 Menschen darin auf.
In Wahrheit ist der Preisdruck vieler westlicher Firmen an einer solchen Katastrophe mitverantwortlich. Und am Ende des Kreislaufs stehen die Konsument*innen, die so wenig wie möglich für ihre Kleidung bezahlen möchte.

Die FairTrade-Fashion-Pionierin Carry Sommers hat sich dieser Sache angenommen und den Fashion Revolution Day ins Leben gerufen. Ihre Idee war, die Öffentlichkeit dadurch auf die katastrophalen Arbeitsbedingungen in den Textilfabriken hinzuweisen. Über die Jahre wurde aus dem Fashion Revolution Day die Fashion Revolution Week – mit noch mehr Aktionen, um auf die Probleme in der Textilindustrie aufmerksam zu machen. Denn immer noch ist zu wenig geschehen, in der Zukunft eine ähnliche Katastrophe zu verhindern.
Gestartet ist die Woche mit dem Jahrestag des Desasters am 24.04.17 – und sie geht noch bis einschließlich 30.04.17. Genug Anlass also, um sich mit der Thematik näher zu befassen, mit Freund*innen darüber zu sprechen, eine passende Veranstaltung dazu zu besuchen oder den kritischen Dokufilm ‚The True Cost‘ von Andrew Morgan anzusehen.

Außerdem kannst du auf Social Media Kanälen aktiv werden: Unter dem hashtag #whomademyclothes kannst du Bilder posten oder reposten.

Jede*r ist dazu aufgerufen, sich Gedanken darüber zu machen, von wem, wie und wo seine Kleidung hergestellt wurde. Symbolisch dafür sollen Kleidungsstücke auf links getragen werden, mit dem Etikett nach außen: #insideout. Davon kannst du ein Bild machen und es unter dem oben genannten hashtag #whomademyclothes auf Instagram oder auch Facebook posten. Ein kleiner, aber symbolträchtiger Akt, der dabei helfen kann, auf die nach wie vor bestehenden Problematiken innerhalb der globalen Textilindustrie hinzuweisen und noch mehr ins öffentliche Bewusstsein zu holen. Denn zu tun gibt es noch viel in diesem Bereich – immer noch herrschen furchtbare Arbeitsbedingungen im konventionellen Bekleidungssektor: 7-Tagewochen, kein Urlaub, keine Krankenversicherung und natürlich ein absolut unzureichender Lohn, der teilweise 1 $ pro Tag nicht erreicht.

Also: Macht mit bei der Fashion Revolution und zeigt, wer eure Kleidung gemacht hat!

26. April 2017 von Bernadette
Kategorien: Ecofashion, Events, Fashion, Öko & Fair | Kommentare deaktiviert für Fashion Revolution: Was ist der Hintergrund?