Kapok – die pflanzliche Daune

Wer in der letzten Zeit ab und an in unserem Onlineshop gestöbert hat, hat sie vielleicht schon entdeckt: die neuen Winterjacken von Thokk Thokk. Wer dann etwas genauer hingeschaut hat, hat festgestellt, dass diese Jacken mit Kapok gefüttert sind. Was Kapok genau ist, und wie es sich in Sachen Nachhaltigkeit schlägt, erfahrt ihr hier in einem weiteren Beitrag zu unserer kleinen Rubrik Materialvorstellung.

Kapok ist eine Naturfaser aus den Früchten des Kapokbaums. Wie bei Baumwolle handelt es sich bei Kapok um sogenannte Samenfasern. Der Kapokbaum ist einer der größten Bäume des tropischen Regenwalds und kann bis zu 60 Meter hoch und 500 Jahre alt werden. Ursprünglich stammt der Baum aus dem tropischen Regenwald Zentral- und Südamerikas, sowie Westafrikas, kommt aber mittlerweile in den gesamten Tropen vor. Als Früchte trägt der Baum braune, längliche Kapseln, die bis zu 25 cm lang werden können. Bis zu 100 Samen liegen darin in einem Bett aus zahlreichen gräulich bis weiß-gelblichen, flaumigen Haaren – den Kapokfasern.

Die Kapokfasern sind mit einer Länge von bis zu 20 mm kürzer als Baumwollfasern. Sie bestehen im Gegensatz zu vielen anderen Naturfasern aus verhältnismäßig wenig Cellulose, sind dafür aber reicher an Xylan und Lignin. Kapok zeichnet sich außerdem durch den hohen Lufteinschluss von 80% aus und gilt damit als eine der leichtesten natürlichen Hohlfasern der Welt. Die Fasern sind sehr glatt und seidig weich, enthalten einen natürlichen Bitterstoff, und sind mit einer natürlichen Wachsschicht überzogen.

Wegen dieser Eigenschaften wird Kapok selten in der Textilindustrie verwendet – die Fasern sind schlichtweg zu kurz und mit zu viel Wachs umgeben, um in reiner Form versponnen zu werden. Kapok wurde stattdessen lange als Füllmaterial für Textilien und Matratzen verwendet, bis es hier weitgehend von synthetischen Schaumstoffen abgelöst wurde. Als Füllmaterial kommt es jetzt bei den Winterjacken von ThokkThokk wieder zum Einsatz.

Kapok isoliert als Hohlfaser nämlich hervorragend. Zusätzlich ist Kapok durch die Wachsschicht auch wasserabweisend und bietet damit eine hervorragende, vegane und weniger empfindliche Alternative zur Daunenfaser. Durch seine Bestandteile und die natürlichen Bitterstoffe wird Kapok uninteressant für Milben und Motten, ist antimikrobiell und hypoallergen.

Wenn man denkt, es kann nicht besser kommen, trumpft Kapok noch durch seine wunderbar nachhaltigen Eigenschaften auf: Als Pflanzenfaser handelt es sich bei Kapok um einen nachwachsenden Rohstoff. Da der Kapokbaum weitgehend wild wächst, muss der Baum nicht zusätzlich bewässert werden. Außerdem benötigt der Baum weder Pestizide, noch Düngemittel. Der Kapokbaum wächst überall, auch auf unwegsamem Gelände, wird nicht als Nahrungsmittel genutzt, und nimmt daher wertvollem Ackerland nicht den Platz. Die Kapokschoten werden in Handarbeit geerntet. Weil die Faser nicht behandelt, sondern nur in der Sonne getrocknet werden muss, kommen auch keine Bleichmittel zum Einsatz. Wird die Kapokernte dann zu fairen Preisen eingekauft, ist Kapok das perfekte nachhaltige Material.

Wir freuen uns sehr über diesen innovativen Material-Neuzugang. Du bist auch neugierig geworden? Dann schau dich in unserem Onlineshop bei Thokk Thokk um.