Made in Bangladesh – fair and organic?

Unser neues Label „Stanley and Stella“ lässt in Bangladesh produzieren und verkauft T-Shirts für einen Preis von 12€. Wie passt das in unser Konzept, und wodurch unterscheiden sich die Shirts trotzdem von herkömmlichen C&A Produkten?

Bei einem genauerem Blick ist auf dem Waschetikett im Inneren des Shirts unter den Worten „made in Bangladesh“ ein erster Unterschied zu erkennen: „100% organic cotton“. Damit sind allerdings weder irgendwelche Arbeitsstandards gesichert, noch wird garantiert, dass die Baumwolle nicht trotzdem durch das Färben oder Ähnliches mit Schadstoffen behandelt wurde. Erst auf dem zweiten Zettel machen die beiden Siegel „GOTS – organic“ und „Fairwear Foundation“ deutlich, worin der wirkliche Unterschied besteht. Diese stehen für strenge unabhängige Kontrollen, was zum einen ökologische Kriterien und gleichzeitig soziale Kriterien angeht. Und auch wenn im Hinblick auf die Mitgliedschaft in der Fairwear Foundation nicht immer gleich alle Kriterien von Anfang an eingehalten werden müssen, wird der Weg dorthin kritisch beobachtet und der stetige Fortschritt in die richtige Richtung vorausgesetzt.

Für eine nachhaltige Produktion wird so manchen den Preis verwundern. Dieser kommt wohl zum einen durch eine Produktion von großen Mengen zu Stande. Und natürlich macht es einen Unterschied, ob in Europa unter fairen Bedingungen gearbeitet wird, oder in Südostasien. Hier stellt sich die Frage, in welche Richtung sich „fairer Handel“ grundsätzlich bewegen soll. Wollen wir gegen die Globalisierung ankämpfen und nur noch Produkte kaufen und verkaufen, die innerhalb Europas, wenn nicht sogar in Deutschland selbst produziert wurden? Oder wollen wir auch versuchen, mitzuhelfen, dass in Ländern wie Bangladesh die Bedingungen in der Textilindustrie umgekrempelt werden, ohne dass Bangladesh als Wirtschaftsstandort einfach nur vermieden wird, weil die Leute das Land nur mit den schrecklichen Bildern des vergangenen Jahres verbinden?
Denn was wäre, wenn die Proteste dort womöglich Gehör finden würden, und die großen Konzerne dann – anstatt höhere Löhne zu zahlen – einfach in das nächste Land ziehen und das gleiche geht beispielsweise in Myanmar von vorne los?