„Goldeimer“ Kompostklos: Die Rettung für alle Festivalliebhaber!

Wohin mit dem ganzen Scheiß?

Wer schon einmal auf einem Festival war, wird diese Aussage vor allem in ihrem wörtlichen Sinne nur zu gut nachfühlen können. Lange Schlangen vor verdreckten und ekelhaften Dixiklos, die mit Hilfe von reiner Chemie versuchen, unsere natürlichen Ausscheidungen zu vertuschen – sie fragen nur zu offensichtlich nach ihrer Sinnhaftigkeit. Dann doch lieber zu den installierten sanitären Anlagen und ein bisschen was dafür bezahlen, denkt sich der ein oder andere. Da hat man die – ähm – Sache wenigstens nicht direkt vor bzw. in der Nase. Weggespült mit Trinkwasser. Aber macht das mehr Sinn? Ganz abgesehen von vielen wasserarmen Regionen weltweit, können wir uns doch selbst auf einem Festival in Deutschland fragen, ob das Wasser nicht besser zum Trinken benutzt werden sollte.

Gibt es eine Möglichkeit den ganzen Dreck und Gestank möglichst sinnvoll zu entsorgen?

Die Antwort kenne ich seit letzter Woche, als ich im Grünhof bei der Unternehmenslust-Veranstaltung das Projekt „Goldeimer“ kennen gelernt habe.

Mobile Kompostklos, die von Festival zu Festival touren und dabei astreinen Humus produzieren, und kein Wasser verschwenden. Auch wenn man es nicht glauben mag, stecken in den menschlichen Fäkalien jede Menge Nährstoffe, die unserem Boden an jeder Ecke fehlen. Richtige Ökoklos also und dazu noch mit viel Liebe gemacht. Natürlich auch hygienisch und geruchstechnisch einwandfrei!

Chemieklos waren gestern!

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Back to the roots mit unserer Scheiße!

Freu(n)de am Fahren

Mittlerweile ist ja aufgrund diverser Berichte, Tests oder der Greenpeace Detox-Kampagne schon allgemein bekannt, dass gerade in Outdoorkleidung besonders umweltschädliche Chemikalien wie PFCs zum Einsatz kommen. Das stößt natürlich auf einen gewissen Grundwiderspruch, da ja gerade die Hersteller dieser Produkte eine starke Affinität zur Natur, oder zumindest zum draußen-sein postulieren. Auch wie weit die Lücke zwischen Anspruch und Wirklichkeit, bzw. zwischen Image und Konsument_innen auseinanderklaffen kann, wurde ja schon häufig verspottet, am liebsten anhand des Klischees der in drei-Lagen-Hardshelljacke zum Bäcker laufenden und dann mit dem SUV zur Arbeit fahrenden Großstadtbewohner.

Doch dies alles nur am Rande: eigentlich gibts eine Positivnachricht und ich freue mich, hier über die Geburt eines neuen Labels berichten zu können. Mathias Ahrberg of fairliebt-Fame hat seine neue Brand Ahrberg gegründet und seit kurzem sind die ersten Produkte im hauseigenen Onlineshop und bei ein paar Händlern erhältlich. Und als bekennendem Zweiradfanatiker hat es mir natürlich besonders die Tatsache angetan, dass es sich bei Ahrberg um ein Label für funktionale und doch alltagstaugliche Fahrradkleidung handelt.

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Die erste Produktrange umfasst schlichte, aber durchdacht geschnittene und gestaltete T-Shirts und Longsleeves aus Biobaumwolle und  TENCEL®, sowie einen ebenfalls aus TENCEL® hergestellten, großartigen Loop-Schal, den vor allem Wind-und-Wetter Radler_innen schätzen werden. Produziert wird in Polen oder nach Fair Trade Standards in Kenia. Ein weiterer schöner Aspekt: die Freude am Fahren und in der Gemeinschaft steht im Vordergrund, regelmäßig werden Ausfahrten von Hamburg aus organisiert, teilnehmen kann jede_r, der/die ein Fahrrad durch die norddeutsche Landschaft bewegen möchte.

Auf Herz und Nieren getestet habe ich die Produkte selbverständlich auch schon: auf dem Ahrberg-Blog ist ein Bericht vom Freiburger 600km-Brevet zu finden, welches ich am 7. und 8. Juni unter anderem in Ahrberg-Kleidung bestritten habe.

Wir suchen die besten Naturkosmetiktipps des Sommers!

Im Sommer sind viele Kosmetikartikel besonders gefragt. Das warme Wetter fördert das Bedürfnis nach mehr Deo, die vielen Schwimmbadbesuche strapazieren Haut und Haare. Selbst Fahrradausflüge oder Kanutouren bringen die Haut in Sommerstress – zumindest ohne die passende Sonnencreme. Und dann wären da noch alle Schönheitsartikel, die die sommerliche Freizügigkeit und Feierlaune mit sich bringt.

Ein Grund mehr, sich mal wieder Gedanken darüber zu machen, mit was man sich den ganzen lieben langen Tag so vollschmiert. Denn vom Nervengift Aluminiumchlorid in Deos über kleine Plastikpartikel im Duschgel bis hin zu hormonell wirkenden Inhaltsstoffen in Gesichtscremes ist in herkömmlichen Kosmetikartikeln alles dabei. Das ist noch nicht alles: Immer noch werden haufenweise Tiere dazu benutzt, um zu testen, was ein Körper vertragen kann – und was nicht.

Und trotzdem greife ich leider manchmal zu konventionellen Produkten.

Zum einen muss ich beispielsweise bei Sonnencreme wirklich zugeben, dass sich die Ökoalternative, die ich letzten Sommer ausprobiert habe, als eine weise klebrige Maske entpuppt hat. Zum anderen ist es im Alltag beim kleinen Supermarkt um die Ecke manchmal gar nicht so leicht das richtige Produkt zu finden.

Biotrends auch online shoppen

Warum also nicht mal online Naturkosmetik shoppen? Vor kurzem haben wir den Onlineshop najoba entdeckt, auf dem viele bekannte und gute Naturkosmetikmarken wie Weleda oder Lavera erhältlich sind. Praktisch sind vor allem die Filtermöglichkeiten im Shop, um beispielsweise vegane Kosmetikprodukte oder einzelne Siegel herauszufiltern. Ich werde die Seite beim nächsten Bedarf auf jeden Fall mal ausprobieren und hoffe, mich in Zukunft wieder mit einem besseren Gefühl eincremen zu können.

Und damit ihr auch was von unserer Entdeckung habt, verlosen wir 3 Pakete mit tollen Kosmetikartikeln von najoba und einem 30€ Zündstoff-Einkaufsgutschein! Verrate uns dazu über Facebook dein Naturkosmetiktipp des Sommers! (Ich bräuchte zum Beispiel dringend Tipps bezüglich einer guten Sonnencreme!)

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WM – ein Fest mit oder nur in Brasilien?

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Wir richten unseren Blick nach Brasilien und möchten gemeinsam mit den Brasilianern ein Fest feiern – inklusive der südamerikanischen Lebensfreude natürlich!

Um die WM mit dieser Einstellung durchleben zu können, müssen wir unseren Blickwinkel allerdings deutlich einschränken. Denn wer nach Brasilien blickt, der hat im Moment zwei Möglichkeiten der Berichtserstattung. Auf der einen Seite stehen die Fußballer, das Quartier, die Spielpläne, die Veranstaltungsorte und ganz viel Vorfreude und feurige brasilianische Musik. Auf der anderen Seite stehen die Brasilianer. Und von ihnen stehen mehr vor den Stadien als mittendrin. Vor der WM-Arena Itaquera momentan allerdings nicht, weil sie noch auf günstigere Tickets hoffen, sondern aus Existenzgründen, weil ihre Wohnungen rund um das Stadion zu teuer geworden sind, um dort noch leben zu können. Und dies ist bekanntlich nur ein Beispiel von vielen.

Wir möchten zwar die brasilianische Lebensfreude spüren, ein Sommermärchen mit viel Samba erleben – dabei ist von dieser Lebensfreude kaum etwas übrig. Diese hat die FIFA mit ihren kuriosen Geldgeschäften, fraglichen Investitionen und einer überzeugten Raushaltemeinung erfolgreich vergrault: „Die WM ist nicht dazu da, Problem zu lösen oder Probleme zu schaffen. Eine WM ist eine WM“ (FIFA-Generalsekretär und WM-Chefplaner Jérôme Valcke, Quelle: sueddeutsche.de). Achso. Na dann ist ja alles klar.

Wir können nur hoffen, dass den Protesten und den Brasilianern selbst zumindest ansatzweise soviel Aufmerksamkeit zuteilwird, wie sie zwei Dutzend spätpubertäre Jogi-Jungs von uns momentan bekommen. Die FIFA soll spüren, dass Fans auf der ganzen Welt diese WM mit kritischen Augen betrachten, obwohl sie einfach nur Lust auf einen fairen Fußball-Wettkampf haben.

Im Grunde wollen wir doch gemeinsam feiern und kein Land nur benutzen, um das eigene Fest dort feiern zu können. Und seien wir mal ehrlich: Selbst wenn das mit dem deutschen Fußball in Brasilien klappen sollte – spätestens beim Samba sehen wir ohne brasilianische Mithilfe sicherlich alt aus.

Die Modeindustrie hat beschlossen: Kauft weniger. Die Scherzkekse…

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Beim dritten Copenhagen Fashion Summit, der bewusst am Jahrestag des Fabrikeinsturzes in Bangladesh stattfand, kam so einige Prominenz zusammen. Es wurde darüber diskutiert, wie die Modebranche nachhaltiger und ökologischer werden könnte. Der Luxuskonzern Kering (von dem Labels wie Puma oder Gucci stammen) präsentierte dabei stolz Zielvorgaben und Konzepte für die Zukunft und H&M versicherte mit dickem Nachdruck, wie ernst es dem Unternehmen um Umweltschutz und Sozialstandards sei. Wie ernst man diese Ziele und Vorhaben wirklich nehmen darf, sei an diesem Punkt dahingestellt.

In einem Punkt waren sich aber anscheinend alle einig: Eigentlich hängt vieles ja an den VerbraucherInnen selbst.

„Schließlich fallen 26 Prozent der Energie, die ein Kleidungsstück durchschnittlich beansprucht, bei dessen Pflege an.“ – Sachen sollen also weniger gewaschen werden, und insgesamt länger getragen werden. Diese Aussage ist korrekt und sehr wichtig, doch mir scheint es doch etwas absurd zu sein, in Gesellschaft von H&M und Co, die bis zu 60 Kollektionen im Jahr herausbringen, über die Nachhaltigkeit meiner Waschgänge zu diskutieren.

Da halte ich die Kaufentscheidung selbst für einen mindestens genauso wichtigen Punkt. An der Aussage von Eva Kruse, Leiterin des Danish Fashion Institute, ist deshalb sicher etwas dran: „Es macht fast mehr aus, was wir kaufen, als wen wir wählen.“ Denn mit jeder Kaufentscheidung, die wir treffen, machen wir ein kleines Kreuzchen für ein bestimmtes Wirtschaftskonzept. (Was bitte niemand davon abhalten soll, am Sonntag auch ein politisches Kreuzchen zu setzen!).

Und trotzdem halte ich es für feige, so vieles auf die KonsumentInnen abzuwälzen, denn genauso wie die Nachfrage das Angebot bestimmt, verhält es sich auch andersherum. Wenn die großen Konzerne den Kreislauf selbst entschleunigen würden, werden die KundInnen gar nicht erst dazu verführt, alle paar Tage nach Neuheiten für ihren Schrank zu schauen. Aber dann würden sie ja auch weniger kaufen…und dann würden die Unternehmen ja auch weniger einnehmen…und dann…ohjeohje, die armen Großkonzerne.

mehr dazu: http://enorm-magazin.de/kann-fashion-fair-sein

Fashion Revolution Day

Vor knapp einem Jahr, am 24. April 2013, stürzte in Bangladesh das 9-stöckige Fabrikgebäude Rana Plaza ein. Dabei starben mehr also 1000 Menschen und fast 2500 wurden verletzt. Soviel Tote und Verletzte; dabei gab es kein Erdbeben, keine Flut, keinen terroristischen Anschlag, nicht mal einen Brandstifter. Schlechtes Material und Fahrlässigkeit seien die Gründe. In Wahrheit ist der Preisdruck vieler westlicher Firmen an so einer Katastrophe mitverantwortlich. Und am Ende des Kreislaufs steht der Konsument, der so wenig wie möglich bezahlen möchte.

Aber das wissen wir ja mittlerweile schon. Was also sollen wir unternehmen, um diesen Tag als Zeichen zu nehmen, einen Wandel vollbringen zu wollen, Menschen darauf aufmerksam zu machen, und sie nicht vergessen zu lassen. Denn auf eine nächste Katastrophe in diesem Ausmaß möchte ich persönlich nicht warten, damit die Diskussionen nicht verstummen.

Die FairTrade-Fashion-Pionierin Carry Sommers hat sich diese Frage zu Herzen genommen und den Fashion Revolution Day ins Leben gerufen. Es geht dabei um ein weltweites Gedenken, dass durch viele Aktionen zum Ausdruck gebracht werden soll, und die Öffentlichkeit daran erinnern will, dass trotz dieser verheerenden Katastrophe bis jetzt keine großartigen Veränderungen stattgefunden haben und es noch Grund genug gibt, weiter auf eine Fashion Revolution zu hoffen und dafür zu kämpfen!

Das Motto der Aktion ist: Who made your clothes? – #insideout

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Jeder ist dazu aufgerufen, sich Gedanken darüber zu machen, wer seine Kleidung hergestellt hat. Symbolisch dafür sollen Kleidungsstücke auf links getragen werden, mit dem Zettel nach außen. Eine einfach umsetzbare und auch symbolträchtige Idee, die hoffentlich als solche erkannt wird… Lasst es uns versuchen, mit Bildern über Facebook oder andere Netzwerke, oder vor Ort mit einem verrückten Outfit oder einer Veranstaltung die Aufmerksamkeit auf diese Aktion zu lenken, um gemeinsam für eine Fashion Revolution zu kämpfen!

Passend zum Thema möchten wir noch eine Veranstaltung in Freiburg empfehlen, die am 24.04.14 in der Uni stattfinden wird:

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Am traurigen Jahrestag des Einsturzes hat BLOCKUPY Freiburg Zehra Khan, Generalsekretärin der Homebased Women Workers Federation (HBWWF) aus Karatschi, Pakistan, eingeladen, um mit über die unmenschlichen Arbeits- und Lebensbedingungen zu diskutieren, und darüber, wie man diese verbessern kann.

Auf Wiedersehen Winter – auf Nimmerwiedersehen Pelz!

Es kann aufgeatmet werden – der Winter ist vorerst vorbei und die warme Jahreszeit kann kommen. Das heißt vor allem: Endlich wieder die Röcke und Shorts aus den Schränken holen, die sehnsüchtig auf Verwendung warten.

Dieses Frühjahr heißt es aber auch: Weg mit dem ganzen Pelzzeug!

Denn wer sich diesen Winter mal genauer in der Winterjackenabteilung oder bei den Mützen, Schals und Handschuhen umgeschaut hat, stellte fest: Ein Pelzkapuzeneinsatz hier, ein bisschen Fell da, ein paar kuschelige Püschel hier. Und das kam einem nicht nur so vor, nein, Pelz liegt im Trend. Doch wie kann das sein? Jeder findet es doch im Grunde schrecklich, Tiere um den Hals hängen zu haben, dachte ich? Soweit waren wir doch in den 90ern schon mal!?

Achsoooo, alles Kunstpelz und aus Plastik! Von wegen. Der ekelhafte Skandal von Bommelmützen bei Müller und Tom Tailor, bei denen Polyester drauf stand und Katze drin war, ist schätzungsweise nur ein Produkt von vielen, bei dem wieder waschechte Waschbären, Nerze, Füchse und ja, sogar Katzen im Spiel sind, ohne dass es den meisten bewusst ist. Denn die Pelzindustrie boomt wie nie und die Preise fallen auf Kosten von Tierschutz und Umweltauflagen teilweise sogar unter die von Kunstpelzen.

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Das will doch keiner – oder etwa doch?

(Quelle: Greenpeace Magazin 2.14)

made in … Afrika??

In Kambodscha gibt es Proteste, Bangladesh ist seit fast einem Jahr der Inbegriff miserabler Bedingungen – muss die ganze Textilindustrie daraus Schlüsse ziehen und sich ändern?

Das sollte sie auf jeden Fall; die Geschichte lehrt uns aber etwas anderes.

In China beispielsweise hat sich der Mindestlohn in den letzten Jahren verdoppelt, doch anstatt mehr zu bezahlen, wandern viele Großkonzerne in andere Länder ab, um dort günstiger zu produzieren. Auch in Kambodscha und Bangladesh gerät die Regierung langsam unter Druck, den Textilarbeitern einen höheren Lohn zuzugestehen. Das müsste eigentlich ja auch im Interesse von H&M und Co sein, schließlich behaupten sie, für die Löhne im Land sei das Land selbst zuständig, sie hätten aber natürlich gerne, dass die Löhne der ArbeiterInnen angemessen seien.

Komisch nur, dass dann, wenn tatsächlich höhere Löhne gezahlt werden sollen, das ein oder andere Unternehmen einfach in das nächste Land abwandert, wo noch keiner protestiert.

Der H&M Chef hat Anfang des Jahres angedeutet, einen Blick auf Afrika geworfen zu haben. Auch Primark ist schon in Äthiopien vertreten. Denn nicht nur die Transportwege sind kürzer; die Lohnkosten liegen mittlerweile deutlich unter denen von China.

Es bleibt zu hoffen, dass die Unternehmen dabei einen wichtigen Unterschied begreifen: Und zwar Afrika als Wirtschaftsstandort ernst zu nehmen, anstatt ihn auszunehmen. Die Menschenrechtslage in Äthiopien gibt leider keine all zu rosigen Aussichten auf angemessene Sozialstandards und macht auch wenig Hoffnung auf einen womöglichen Sinneswandel in Sachen faire Kleidung und H&M.

Eine kritische Beobachtung ist deshalb in jedem Fall nötig, denn wenn es um Bangladesh mal ruhig wird, heißt das noch lange nicht, dass alles gut ist.

(Quelle: Basler Zeitung: Afrika, das neue Nähzimmer der Welt)

Made in Bangladesh – fair and organic?

Unser neues Label „Stanley and Stella“ lässt in Bangladesh produzieren und verkauft T-Shirts für einen Preis von 12€. Wie passt das in unser Konzept, und wodurch unterscheiden sich die Shirts trotzdem von herkömmlichen C&A Produkten?

Bei einem genauerem Blick ist auf dem Waschetikett im Inneren des Shirts unter den Worten „made in Bangladesh“ ein erster Unterschied zu erkennen: „100% organic cotton“. Damit sind allerdings weder irgendwelche Arbeitsstandards gesichert, noch wird garantiert, dass die Baumwolle nicht trotzdem durch das Färben oder Ähnliches mit Schadstoffen behandelt wurde. Erst auf dem zweiten Zettel machen die beiden Siegel „GOTS – organic“ und „Fairwear Foundation“ deutlich, worin der wirkliche Unterschied besteht. Diese stehen für strenge unabhängige Kontrollen, was zum einen ökologische Kriterien und gleichzeitig soziale Kriterien angeht. Und auch wenn im Hinblick auf die Mitgliedschaft in der Fairwear Foundation nicht immer gleich alle Kriterien von Anfang an eingehalten werden müssen, wird der Weg dorthin kritisch beobachtet und der stetige Fortschritt in die richtige Richtung vorausgesetzt.

Für eine nachhaltige Produktion wird so manchen den Preis verwundern. Dieser kommt wohl zum einen durch eine Produktion von großen Mengen zu Stande. Und natürlich macht es einen Unterschied, ob in Europa unter fairen Bedingungen gearbeitet wird, oder in Südostasien. Hier stellt sich die Frage, in welche Richtung sich „fairer Handel“ grundsätzlich bewegen soll. Wollen wir gegen die Globalisierung ankämpfen und nur noch Produkte kaufen und verkaufen, die innerhalb Europas, wenn nicht sogar in Deutschland selbst produziert wurden? Oder wollen wir auch versuchen, mitzuhelfen, dass in Ländern wie Bangladesh die Bedingungen in der Textilindustrie umgekrempelt werden, ohne dass Bangladesh als Wirtschaftsstandort einfach nur vermieden wird, weil die Leute das Land nur mit den schrecklichen Bildern des vergangenen Jahres verbinden?
Denn was wäre, wenn die Proteste dort womöglich Gehör finden würden, und die großen Konzerne dann – anstatt höhere Löhne zu zahlen – einfach in das nächste Land ziehen und das gleiche geht beispielsweise in Myanmar von vorne los?

Naturkosmetik – und warum es dabei nicht nur um die eigene Haut geht

Wenn wir Naturkosmetik kaufen, tun wir das in den meisten Fällen, um unserem eigenen Körper Gutes zu tun. Es geht dabei vor allem um vermeidbare chemische Inhaltsstoffe. Übertriebene Werbung und kurzzeitige Ergebnisse trügen im Hinblick auf den wahren Wert und Nutzen von vielen konventionellen Kosmetikprodukten, die manchmal ungewollte Langzeit- oder Nebenwirkungen hervorrufen können.

Leider herrscht in vielen Köpfen noch der Gedanke vor, dass es bei Naturkosmetik „nur“ darum geht, die eigene Haut zu schützen. Das ethisches Handeln und nachhatliges Wirtschaften untrennbar damit verknüpft sind, bleibt oft im Dunkeln. Dabei kann in einer einzigen Duschgelflasche schon eine Menge anderes Unheil haften, bevor sie überhaupt mit unserem Körper in Berührung kommt. Vor allem Tiere haben unter all den Schönheitsprodukten zu leiden – denn an ihnen werden sie solange getestet, bis keine Hautirritationen mehr entstehen, sondern alles nur noch glänzt. Bis eben auf das Tier selbst. Und wie so oft bleibt auch die Umwelt nicht verschont: Kunststoffe verstecken sich dabei nicht „nur“ in der Plastikverpackung, sondern manchmal sogar im Produkt selbst (zum Beispiel als „Polyethylene“ in Zahnpasta oder Peelingduschgels) und schaffen der Umwelt und uns selbst erhebliche Entsorgungsprobleme, wenn sie erst einmal ins Abwasser gelangen. Und auch wenn es sich um „natürliche“ Rohstoffe handelt, wie zum Beispiel Palmöl, kann dies mit dem dramatischen Orang Utan – Problem in Borneo zusammenhängen oder mit verarmten Kleinbauern am anderen Ende der Welt.

Genug Gründe, warum man auch bei Kosmetika auf biologische und nachhaltige Produkte achten sollte. Und zwar nicht nur, um die eigene Haut zu schützen, sondern auch die von anderen und unsere Umwelt. Zum Glück gibt es von verschiedensten Marken schon ein relativ breites Angebot, die ein nachhaltiges Einkaufen im Bezug auf viele Aspekte möglich machen. Mit Hilfe des BDIH und Natrue Siegels wird das den VerbraucherInnen erleichtert.

Unser persönlicher Favorit, der bis jetzt in wenigen Läden in Deutschland vertreten ist, ist Dr. Bronners. Sie haben für ihre Produkte, die vollständig biologisch abbaubar sind, nicht nur eine eigene Fair Trade und Bio Palmölproduktion gestartet, sondern selbst die Verpackungen sind zu 100% aus recycelten Materialien. Dazu kommt eine praktische Allzweckverwendung (vom Haare waschen bis zum Geschirr spülen) und tolle Düfte wie Pfefferminz, Teebaum oder Rose. Grund genug für uns, sie voller Stolz in unserem Shop anzubieten.

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Mehr über ungewollte Inhaltsstoffe in konventioneller Kosmetik findet ihr zum Beipsiel bei Utopia.