Mode als „Momentgenussmittel“ zum Wegwerfen?

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Lieber eine große Tasse Kaffee oder ein neues T-Shirt? Betrachtet man den Kostenfaktor, gibt es da in bestimmten Läden tatsächlich keinen großen Unterschied. Dabei dürfte ja den meisten klar sein, dass sich die Herstellungskosten doch etwas unterscheiden (sollten).

Auch bei der Verwendung könnte man meinen, die beiden Produkte würden ein bisschen voneinander abweichen. Eine Tasse Kaffee weckt als wohlschmeckendes Genussmittel die Geister für ein paar Stündchen. Ein T-Shirt dagegen könnte man sogar mehrere Jahre nutzen. Aber da viele anscheinend im gleichen Tempo die Freude an ihren „alten“ Sachen verlieren, wie eine Kaffeetasse geleert wird, entwickelt sich Mode zunehmend zu einem Momentgenussmittel und muss so schnell wie möglich gewechselt und erneuert werden. Primark & Co machen dies möglich, denn ein neues T-Shirt statt dem morgendlichen Kaffee scheint ja ein gutes Angebot zu sein.

Wer den Preis dafür in Wirklichkeit zahlt, wird in unserer westlichen Welt leider immer noch oft vergessen.

Siegelwirrwarr überall – hat der Konsument da noch Chancen durchzublicken?

Alles und jeder wird heute gesiegelt, doch was aus politischen Gründen begann, ist heute in vielen Fällen zu einer Marketingstrategie geworden.

Aus diesem Grund kann man als Normalverbraucher kaum ohne ein gewisses Maß an Vorwissen „richtig“ einkaufen. Bei Lebensmitteln geht die Liste über verschiedene Bio-Siegel zu Naturland, Bioland und Transfair bis zu der Rainforest Alliance und anderen fraglichen Aufklebern. Um sich in diesem Wirrwarr zurecht zu finden, wenn man nicht nur sein Gewissen reinwaschen will, sondern sich wirklich dafür interessiert, benötigt es doch einiges an Eigenengagement. Mit ein bisschen Recherche hat man aber die Möglichkeit, sich ein vertrauensvolles Siegel für Milchprodukte oder Obst etc. herauszusuchen und nach diesem einzukaufen.

Bei Textilien sei das alles ja viel komplizierter und undurchschaubarer heißt es.

Tatsächlich ist die Produktionskette bei Kleidungsstücken teilweise komplizierter als bei Lebensmitteln wie Kaffee. Es geht nicht nur um einen Rohstoff, sondern vor allem auch um dessen Weiterverarbeitung. Allerdings gibt es in der Textilbranche sogar Siegel, die über die gesamte Produktionskette reichen können, und biologische Faktoren genauso beachten wie die Sozialverträglichkeit. Das bekannteste Siegel ist der Global Organic Textil Standard (GOTS – organic), auf dessen Mindestgrundlage wir viele Produkte auswählen und in unser Sortiment aufnehmen.

„Bei H&M gibt’s jetzt auch Bio-Unterhosen“

Problematisch wird die ganze Siegelgeschichte jedoch oftmals dadurch, dass viele große Konzerne einzelne zertifizierte Produkte anbieten, meist für Marketingkampagnen. Wenn in großen Supermärkten Fairtrade gesiegelte Schokolade verkauft wird, oder in großen Textilkaufhäusern T-Shirts GOTS zertifiziert sind, heißt das jedoch nicht gleich, dass diese Siegel dort nichts bedeuten. Fraglich ist eher, welcher Sinn und Zweck dahinter steht. Vergleichbar ist dieses Phänomen mit großen Stromkonzernen, die gerne ihren Ökostromanteil (den sie meist sowieso haben) zu teuren Preisen an eine bestimmte Zielgruppe verkaufen, daneben aber jede Menge nicht-Ökostrom vertreiben. Wenn im H&M also Bio-Unterhosen liegen, können diese durchaus bio sein. Diese zu kaufen ändert allerdings vorerst nichts daran, dass daneben noch 100 andere Unterhosen liegen, die unter schlechtesten Bedingungen gefertigt wurden, und die mit dem Kauf einer Unterhose aus der „Bio und Fair Marketingkampagne“ mitfinanziert werden. Auch die Unternehmensstrukturen solcher Großkonzerne ändern sich dadurch leider (noch?) nicht. Wer also nicht nur sich selbst wegen fair & bio kaufen möchte, sollte sich doch genau überlegen, wo er welche Siegel kaufen möchte.

Hier geht’s zu einer Liste wichtiger Siegel in der Textilbranche

DZ von Selim Özdogan

Durch Boris von der blackmilk minus box sind wir mit dem Autor Selim Özdogan in Kontakt gekommen.
Schnell ergab sich die Idee, eine von Boris entwickelte, im Roman auftauchende Schriftart auch auf faire T-Shirts zu bringen. Im Rahmen einer Lesung bei uns am 28.09. wird Selim daher nicht nur seinen neuen Roman der Öffentlichkeit vorstellen, sondern auch die Shirts das Licht der Öffentlichkeit erblicken.

Um zu sehen mit was für einem Stoff wir es zu tun bekommen würden, wollte ich natürlich unbedingt vorher das Buch lesen. Auch wenn der Klappentext mich zunächst nicht sehr ansprach, merkte ich schnell, dass mir der Inhalt dafür umso besser gefiel.

Die Geschichte zweier Brüder, von denen sich der eine auf die Suche nach dem anderen macht, ist nur vordergründig eine Familiengeschichte. Viel mehr handelt der Roman von Fiktion und Realität, von Drogengebrauch und dessen Folgen. Es geht um die Legalität von Drogen und deren Verbot.
Schnell entspannt sich eine packende Story, die in zwei unterschiedlichen Welten spielt: Einer stark überwachten ‚Festung Europa‘, in der die meisten Drogen verboten sind und deren Gebrauch hart bestraft wird; und in der fiktiven südostasiatischen ‚DZ‘, wo Drogen überall und immer legal zur Verfügung stehen.
Auf Wunsch der im sterben liegenden Mutter macht sich Wissenschaftler Ziggy auf die Suche nach seinem Bruder Damian. Dieser ist bereits vor Jahren in die ‚DZ‘ ausgewandert, von wo er mit Hilfe des Internets Drogen nach Europa verkauft. Durch Zufall gelangt er als Erster an die bisher unbekannte Droge ‚WMK‘. Bei einem Selbstversuch stellt Damian fest, dass diese dem User – zumindest für kurze Zeit – bisher ungeahnte Einsichten und eine nie dagewesene Möglichkeit eröffnet. Gleichzeitig versucht Ziggy in virtuellen Drogen-Communities eine Spur von Damian zu finden und stößt dabei ebenfalls auf die neuartige  Substanz…

In seinem Roman beschreibt Selim Özdogan nicht nur sehr bildhaft, wie zahlreiche reale und fiktive Drogen wirken, sondern vor allem, warum und wie die Menschen sie zu sich nehmen. Die Drogen und zugehörigen Trips, die er beschreibt, sind dabei anschaulich und durchaus ambivalent beschrieben. Je nachdem wer, wann und wo was in welcher Menge nimmt, ist der Einfluss der Drogen auf das Leben der Protagonist_innen völlig unterschiedlich. Die Drogen werden immer in den Kontext  zu den jeweiligen Konsument_innen gesetzt.
‚DZ‘ ist ein spannender Roman, der ganz undogmatisch Stellung bezieht.  Ein wenig Science-Fiction und ein wenig Gesellschaftskritik mischen sich mit dem Apell Drogen als das zu sehen was sie sind: Weder Teufelswerk noch Heilsbringer – sondern ein ganz normaler Teil der menschlichen Kultur.

Empörung? Hallo?

Neulich hab ich mir mal vorgenommen meine Zeitung richtig zu lesen, damit sich mein Wochenendabo auch lohnt. Ich wollte also nicht nur die Überschriften überfliegen, die Bildunterschriften lesen und noch das beiliegende Magazin durchblättern, sondern mal so richtig lesen. Seite für Seite, Artikel für Artikel. Sollte ja eigentlich nicht so schwer sein.

Als ich Stunden später damit fertig war,war ich schrecklich deprimiert.

Angefangen hat es mit dem Thema Syrien. Also mit Krieg, den wir von hier aus wohl beobachten, aber sicherlich nicht realisieren möchten. Weiter ging es dann mit der NSA. Die Tatsachen sind schlimm genug, schlimmer jedoch, dass es scheinbar kaum jemanden stört. Weiter in der Zeitung ging es dann irgendwann um den Regenwald in Ecuador, wo eines der artenreichsten Gebiete des Amazonasgebiets mit samt seiner UreinwohnerInnen verschwinden wird – auf Grund von Erdölförderung. Schlimme Sache, dachte ich mir, und blätterte schnell auf die nächste Seite. Und da ging das Thema dann über ein kleines Erdbeben weiter zur anstehenden Wahl. Abgesehen davon, dass man eigentlich mit fast jeder Partei eher Mitleid haben muss, weil überall die Umfragewerte sinken, ist doch die eigentliche Dramatik, dass sich auch dafür in Deutschland zur Zeit kaum jemand zu interessieren scheint.

Und nach den Todesanzeigen, den viel zu teuren Immobilienangeboten und zu wenig Jobangeboten, hab ich meine Zeitung dann zu gemacht, saß noch einen Moment ganz still da in einem kurzen Zwiespalt zwischen Empörung und Deprimiertheit. Nachdem ich mich nicht entscheiden konnte, ob ich die Regenwaldsache oder die Überwachungsgeschichte schlimmer fand, stand ich auf, und hab mir Nudeln gekocht mit Biotomaten aus der Gemüsekiste, hab mir überlegt, wen ich wählen werde, und fand mich irgendwie lächerlich.

Aber vielleicht würde ich ja am nächsten Wochenende was in der Zeitung finden, was noch schlimmer ist, dann könnte ich mir das mit der Empörung ja bis dahin aufsparen. Vielleicht sollte sich, was die Empörung angeht, auch jeder auf eine Sache spezialisieren, und über die Textilbranche stand schließlich nichts in der Zeitung, also darf ich in Ruhe Nudeln kochen bis zum nächsten Bericht darüber. Oder?

PS: Schon auf das Datum geachtet?

 

Dry Denim Foto-Lovestory – Teil 2

nudie-grim-tim-6-month-1-wash-600x800Nachdem ich Anfang Juli meine Grim Tim wie angekündigt noch ein paar Tage mit Matsch, Regen, Bratfett und Bier behandelt habe, war sie dann auch endgültig reif für die Wäsche. Und das Resultat sieht so aus (ich hab sie seitdem erst wieder einen halben Tag getragen, da der dicke Denim im Hochsommer dann doch zu warm war).

Fazit: ich hätte gedacht dass sie bei der ersten Wäsche noch mehr ausblutet und bin mal gespannt wie sie sich jetzt so weiterentwickelt. Das Resultat gefällt mir aber sehr gut, auch wenn ein Smartphone-Abdruck vermutlich nicht so originell ist wie eine Schnupftabakdose.

Während meine Jeans heller wird, wird mein Gürtel dunkler. Den Serrasson Belt trag ich jetzt seit 3 Monaten, und das Ergebnis kann sich sehen lassen:
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Bei nudie tut sich übrigens einiges, was Fairness und Transparenz angeht. So hat sich die schwedische Brand nicht nur dafür entschieden, in einem Pilotprojekt ihren Anteil an einem Living Wage zu zahlen (ein lesenswertes Interview dazu gibts bei get changed), sondern veröffentlicht jetzt auf ihrer Website auch alle ihre Zulieferer in einem interaktiven Production Guide. Vorbildlich!

5 Fragen an…

…Bernd Hausmann, Inhaber des Nürnberger Ecofashion Stores glore.

Bernd, erstmal die Standard-Händler-Frage: wie läuft denn der Laden so?

gloreshop4Wir sind mit der Entwicklung von glore in den jeweiligen Städten zufrieden und fühlen uns wohl wo wir sind. Vor Weihnachten wollen wir den Re-Launch unserer Webseite endlich am Start haben und freuen uns auf den neuen Shop.

Und was ist denn dein aktuelles Lieblingsteil aus deinem Laden?

Die Jeans Tube Tom von Nudie! Ich trage sie fast täglich.

 Wie bist du eigentlich darauf gekommen, einen Ecofashion-Laden zu eröffnen? Hast du vorher schon in der Modebranche gearbeitet?

Nein habe ich nicht. Vorher war ich 7 Jahre lang Sozialarbeiter und musste mich erst einarbeiten. Die Idee zu glore kam mir als ich selbst auf der Suche nach fairer und ökologischer Kleidung war. Nachdem ich mich intensiver mit der Textilindustrie beschäfftigt hatte und gesehen habe wie oft in der Branche Menschenrechte verletzt und die Natur zerstört wird, wollte ich dieses System nicht mehr unterstützen. Leider gab es zum damaligen Zeitpunkt kaum Alternativen. Als ich nach langer Suche endlich coole Labels gefunden habe, konnte ich die nicht in Deutschland kaufen. Da kam ich auf die Idee einen Green Concept Store zu eröffnen. Damals gab es in Deutschland noch keine grüne Modeläden, wo jüngere Labels verkauft wurden.

Du hast ja jetzt schon seit vielen Jahren einen Laden in Innenstadtlage. Dadurch ist die Kundschaft wahrscheinlich recht bunt gemischt. Kannst du das so einschätzen: wie groß ist der Anteil an „Überzeugungstätern“ unter deinen KundInnen , also Menschen, die gezielt nach ökofairen Klamotten suchen? Und wie groß der an Laufkundschaft, die vielleicht aus Neugier mal reinschaut und sich vom Angebot überzeugen lässt, ohne großen Wert auf den Hintergrund zu legen? Und hat sich da das Verhältnis im Laufe der Zeit vielleicht verschoben?

gloreshop3Ich finde die Frage sehr schwer zu beantworten. Da ich nicht jeden Kunden danach frage, ob er aus Überzeugung bei uns kauft kann ich keine genauen Zahlen nennen. Natürlich erkenne ich manche Überzeugungstäter auf den ersten Blick, aber da ich mich schon so oft getäuscht habe, halte ich mich mit Schätzungen zurück.

Außer der konsequenten Auswahl der Produkte nach ökologischen, sozialen und Stil-Kriterien: gibt es etwas, das deiner Meinung nach einen Ecofashion-Laden auszeichnen sollte?

Natürlich sollten sie Ökostrom verwenden und ihr Geld auf ethische Banken tragen, aber das ist unter den meisten Händlern üblich. Bei „korrekte Klamotten“ habe ich mit einigen Händler (Euch zum Beispiel) einen Kodex erarbeitet, den ich sehr gut finde.

Was mich stört in der Branche sind Menschen, die in der grünen Mode einen neuen Markt sehen und aus reinen Renditeinteresse mitmachen wollen. Leider spült es da immer mehr in das Segment. Für mich ist die grüne Mode ein kleiner Teil einer ökologischeren und menschenfreundlicheren Welt. Mit nachhaltigen Konsum lässt sich das nicht erreichen, aber wer nicht versucht sein Konsumverhalten zu ändern, der widerspricht sich selbst.

Macht Werbung „faul“?

In den Medien der letzten Monate ging es oft um faire Kleidung und immer hieß es: „Wie kann der Verbraucher/ die Verbraucherin wissen, was fair ist? Und wo findet man faire Kleidung?“.

Dies ist eine durchaus berechtigte Frage. Denn wenn man in großen Kaufhäusern danach sucht, kann das sicherlich sehr kompliziert werden.

Allerdings frage ich mich, ob all die Talkshow-Kandidaten und Moderatoren sich überhaupt ein mal die Mühe gemacht haben, vor einer solchen Diskussion ein bisschen zu recherchieren. Schließlich sollte man doch meinen, dass jeder immer und überall alles nachgucken kann, warum also nicht mal faire Kleidung „googeln“?

Denn wer sucht, der wird auch fündig. Um auf das GOTS-Siegel zu stoßen oder verschiedenste Online-Shops / Marken / Läden mit einem dementsprechenden Angebot bedarf es keinen besonderen Fähigkeiten außer ein bisschen Neugierde beim Suchen.

Und trotzdem schien genau das laut vielen Diskussionen das Problem zu sein: Es gäbe keine Siegel und die VerbraucherInnen wüssten nicht, wo man faire Kleidung findet.

Natürlich ist es ein bisschen kompliziert, denn man muss sich aktiv darum bemühen, aktiv suchen, sich selbst eine Meinung über eine Marke oder einen Shop bilden, um abzuwägen, wem man sein Vertrauen schenkt und wem nicht. Niemand sagt mir in der Werbepause: „Kaufen Sie jetzt fair & bio bei xy-Shop, denn uns kann man vertrauen!“. (Außer vielleicht bald H&M mit einer neuen PR-Kampagne).

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Nach den Ereignissen in Bangladesch hören die KonsumentInnen, dass sie vieles nicht mehr kaufen sollen, was sie kennen und in der Werbung sehen, aber bekommen keine Alternative vor die Nase gesetzt. Der Grund dafür ist meiner Meinung nach einfach: Das Werbebudget in der fair&bio – Branche ist nach wie vor sehr gering, schließlich zahlt man ja sowieso schon mehr für ein T-Shirt, wer will da noch Geld für Werbung draufzahlen?

Schade nur, dass wir anscheinend verlernt haben, uns selbst zu überlegen, was wir haben möchten und warum, weil Werbung das schon für uns bestimmt. Und wenn uns keiner via Werbung über das Nonplusultra aufklärt, sind wir überfordert und wissen nicht was tun.

Bleibt die Frage: Raubt Werbung uns die Neugierde und macht uns schlicht und einfach ein bisschen faul?

 

Reduktion von Wasser und Chemikalien in der Denim-Produktion

Ökologische und nachhaltige Alternativen zur konventionellen Denim-Bleichung liegen im Trend. Die Denim-Industrie hat erkannt, dass es eine steigende Nachfrage an Technologien zur Gestaltung von Jeans-Produkten gibt, die auf Wasser und den Einsatz von chemischen Bestandteilen verzichten.

Eine dieser neuen Technologien ist das „Laser Blasting“, bei welchem Faltenzeichnung, Farbverläufe und Waschoptik in die Faser der „Roh-Jeans“ eingebrannt werden. Auch die sehr aufwändige Vintage- und Verschleißoptik kann so mit geringem Zeitaufwand und erhöhter Genauigkeit produziert werden. Das besondere an diesem Verfahren ist, dass es weniger Gesundheitsrisiken für die Arbeiter birgt, der Energieverbrauch reduziert wird, keine umweltschädlichen Chemikalien verwendet werden und kein Wasser verbraucht wird.

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Eine weitere Technologie, die auf Wasser und chemische Bleichmittel verzichtet, ist G2 Plus, eine Öko-Waschmaschine, die lediglich Sauerstoff und Ozon verwendet, um Jeanshosen und -hemden einen Vintage Look zu verpassen. So können im Vergleich zur konventionellen Produktion pro Jeans bis zu 62% an Energie, 67% an Wasser und 85% der chemischen Produkte eingespart werden. Wenn man bedenkt, dass sich die jährliche Produktion von Jeans auf weltweit 6 Milliarden Stück beläuft und im Durchschnitt 70 Liter Wasser, eine Kilowattstunde Strom und 150 Gram chemische Bestandteile pro Jeans aufgewendet werden, lassen sich die Dimensionen erahnen, die so eingespart werden können.

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Hier und hier findet ihr unsere Auswahl von K.O.I Laser Blanche Denim in unserem Shop.

Die ewige Preisfrage

Seit ich bei zündstoff bin, begegnet mir oft derselbe Kommentar: „Ich find das ja schon gut und wichtig, was ihr macht, und ihr habt auch schöne Sachen, aber leider viel zu teuer“. Dies könnte natürlich damit zusammenhängen, dass mein Freundeskreis zu 95% aus StudentInnen besteht, die grundsätzlich ja kein Geld haben und lieber auf Flohmärkten kaufen. (Meiner Meinung nach auch eine sehr gute Alternative.)

Allerdings bemerke ich abgesehen vom niedrigen Budget meiner FreundInnen insgesamt ein Problem der grünen Modeszene in solchen Kommentaren. Die Preise werden nämlich grundsätzlich mit H&M verglichen, gerade so als wären das die Normalpreise auf dem Bekleidungsmarkt. Vergessen werden dabei regelmäßig all die anderen Klamottenmarken, deren Preisniveau oft noch über dem von unseren fair & bio Lieferanten liegt. All die Skater- oder Sportmarken, die hohe Preise für T-Shirts mit einem schon viel zu oft gesehenem Logo-Print verlangen, und dabei ohne mit der Wimper zu zucken von der breiten Masse gekauft werden.

Aber faire Klamotten kosten ja dreimal so viel wie bei H&M, das kann sich ja keiner leisten.“

Verstehen kann ich diese Preisvergleichsgeschichte nicht.

Denn die Mythen, dass die Qualität bei teuren Markenklamotten besser sei, als bei kleinen Marken, oder dass ein hoher Preis automatisch mit guten Produktionsbedingungen zusammenhängt, sollten doch langsam aus den Köpfen interessierter Leute verschwunden sein, oder etwa nicht?

Brauchen wir immer noch teure Statussymbole auf unseren Shirts? Ist es nicht viel schöner sich selbst zu einem Symbol zu machen mit dem was wir tragen ohne sich hinter Logos und Namen zu verstecken, die die Welt schon lange kennt? Können wir den Preis nicht an wichtigeren Werten festmachen, als am Bekanntheitsgrad einer Marke?

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Und immerhin gibt’s in der fair & bio Branche auch hübsche Markenlogos 🙂

Dry Denim Foto-Lovestory – Teil 1

Ich weiß, ich weiß, ich werde nicht alle überzeugen. Aber nudie haben mich bekehrt und in mir die feste Gewissheit reifen lassen, daß eine Dry Denim die bessere Jeans ist. Und jetzt verspüre ich halt so eine Art missionarischen Eifer, auch wenn manche Kunden im Laden schon mal sparsam gucken, wenn ich ihnen stolz erzähle, daß ich meine Hose schon seit soundsoviel Monaten nicht gewaschen habe.

Um mal anschaulicher zu zeigen, worum es geht, habe ich den Alterungsprozess meiner Grim Tim Dry Dirt Organic fotografisch dokumentiert: Das hier ist sie Ende August, nach einem Tag tragen. Ab Oktober hatte ich sie dann eigentlich so gut wie jeden Tag an, bis irgendwann vor zwei Wochen, als mir der 13,2 oz starke Stoff dann doch ein wenig zu warm wurde.

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Und so sieht sie heute aus: eigentlich noch ziemlich gut, wahrscheinlich weil ich viel im Büro arbeite und wenig mit der Hose Fahrrad gefahren bin (ich lauf meistens zur Arbeit). Das rechte Knie ist durchgescheuert und geflickt, ein paar Mal musste ich Löcher in den Taschen reparieren, und sie kriegt gerade  ein kleines Loch im Schritt, daß ich mal stopfen sollte. Bequem wie eine zweite Haut ist sie mittlerweile außerdem.

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Bei der nicht ganz unwichtigen Frage, wann man so eine Jeans denn eigentlich mal waschen sollte, lässt nudie einen zum Glück nicht allein:
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Eigentlich könnte sie also mal in die Waschmaschine, aber irgendwie bin ich noch nicht bereit dafür. Also hoff ich mal, daß es in Norddeutschland schön kühl ist, damit ich dem guten Stück auf der Fusion noch den letzten Schliff verpassen kann. Fortsetzung folgt.

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