Beautiful Trouble für eine bessere Welt

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Tagtäglich begegnen uns Missstände, die wir gerne ändern würden. Wir hören Leute reden und ärgern uns über verquere Meinungen und eingerostete Perspektiven. Eigentlich möchten wir kämpfen. Meist reicht unser Engagement aber nur bis zur nächsten Online-Petition. Denn Widerspruch erfordert genug Wissen, Kraft und Mut. Und auf Dauer macht es fast niemandem Spaß, überall anzuecken. So dass wir manchmal lieber schweigen und Konflikte vermeiden. „Es bringt ja doch nix“.

Es scheint, als müsste ein bisschen Beautiful Trouble her. Trouble mit Spaß quasi. Trouble für jeden von uns.

Andrews Boyd & Dave Oswald Mitchell haben in ihrem Buch verschiedene Taktiken, Prinzipien und Theorien für eine „unwiderstehliche Revolution“ zusammengestellt. Taktiken, die es auch den Normalos unter uns möglich machen, das Große im Kleinen zu bewirken, zu überraschen und friedlich zu kämpfen ohne stundenlang im Kreis zu diskutieren.

Der Jedi-Trick ist dabei nur ein Beispiel von vielen, wie Menschen durch bloße Willenskraft und eine Fingerbewegung beeindruckt und überzeugt werden können. Denn die Macht ist mit uns allen. Wir müssen nur lernen, sie zu benutzen.

Dazu gibt’s jede Menge Fallbeispiele und weiterführende Theorieansätze, die motivieren und Spaß machen.

fair ok. warum war bio noch mal wichtig?

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Wir verkaufen Produkte mit zwei Grundeigenschaften: bio & fair.

Aus welchem Grund man Kleidung aus fairer Produktion kaufen sollten, weiß heutzutage eigentlich fast jeder. Dass alle Sachen bei uns auch aus ökologischen Materialien, bzw. das meiste aus Biobaumwolle besteht, spielt für viele eher eine nebensächliche Rolle. Schließlich geht es bei einer fairen Produktion um Menschen und nicht nur um weniger Pestizide. Dieser Gedanke ist zwar nicht verwerflich, er ist aber faktisch nicht korrekt. Beim Anbau von Biobaumwolle geht es um viel mehr als nur um ein paar Pestizidrückstände auf unserer Kleidung. Ungefähr 25% aller weltweit genutzten Insektizide und 10% aller Pestizide werden im Baumwollanbau verbraucht und nicht etwa, wie man annehmen könnte, für unsere Ernährung (die wir ja schon viel und gerne ‚bio‘ kaufen). Diese Chemikalien schaden nicht nur unserer Umwelt, sondern in erster Linie den Bauern und Produzenten, die täglich damit in Berührung kommen. Und wenn am Ende Tiere wie die Biene die Pestizidflut nicht überleben werden,betrifft es uns alle.

Außerdem sind Baumwollpflanzen sehr durstig. Die jährlich gebrauchte Wassermenge für Baumwolle würde reichen, um die ganze Menschheit ein Jahr lang täglich mit 120l Frischwasser zu versorgen (Quelle: Virtuelles Wasser). Ein berühmtes und schreckliches Beispiel für den katastrophalen Überverbrauch von Wasser im Bezug auf den Baumwollanbau ist der Rückgang des Aralsees. Die Menschen haben dort mittlerweile nicht nur mit Nahrungs- und Wasserknappheit zu kämpfen, sondern zusätzlich mit giftigen Sandstürmen, da der ausgetrocknete Boden von Pestiziden des Baumwollanbaus verseucht wurde.

Hinzukommt die Verbreitung von genmanipulierten Baumwollsorten, die widerstandsfähiger gegen Schädlinge und ertragreicher sein sollen. Viele Bauern werden allerdings finanziell von Großkonzernen abhängig gemacht, die das überteuerte Gen – Saatgut verkaufen. Die Folgen kosten viele ihre Existenz, da die Resistenzen gegen Schädlinge oft nicht nachhaltig wirken, und nicht vorhersehbare natürliche Reaktionen anderer Schädlinge folgen können. In der Regel sind auch niemals nur die Schädlinge von den Auswirkungen betroffen, sondern zwangsläufig auch andere Tiere und Pflanzen, die mit ihnen durch ihre Nahrungskette im Zusammenhang stehen. Das Ökosystem gerät aus der Balance. Außerdem werden durch Genmanipulation natürliche Arten verdrängt, die langfristig die einzige Zukunftssicherheit für gesunde und überlebensfähige Pflanzen darstellen.

Viele Gründe also, warum ein bewussterer Umgang mit Baumwolle und biologischer Kleidung ein sehr wichtiges Thema ist!

5 Fragen an das neue & vegane Schuhlabel „FreiVon.“

Wenn alles klappt, kommen in ein paar Monaten neue vegane Schuhe auf den Markt. Das junge Label FreiVon. setzt auf das Zukunftspotenzial eines veganen Lebensstils und möchte bereits in der kommenden Saison an den Start gehen.

Ein veganer Lebensstil in Verbindung mit einer erfolglosen Schuhsuche und dem Wille, etwas Sinnvolles zu tun, waren Motivation genug für die schnelle Unternehmensgründung.

Mit einem ständigen Interesse an veganen Schuhe, haben wir mal näher nachgefragt, was hinter dem frischen Startup-Unternehmen steckt:

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Spielt ein veganer Lebensstil auch in eurem persönlichen Leben eine große Rolle?

Wir leben beide so gut es geht vegan. Manchmal ist es leider noch schwierig. Wenn wir essen gehen und auf dem vermeintlich veganen Rote-Beete-Cappacio ist doch ein Klecks Joghurt, essen wir es. Es nutzt keinem, es wegzuwerfen. Aber abgesehen von solchen Zwischenfällen, leben wir vegan.

FreiVon. = FreiVon tierischen Bestandteilen?

Ja, FreiVon. kommt unter Anderem von frei von tierischen Bestandteilen. Aber ebenso von frei von Schadstoffen und frei von Kinderarbeit. Wir verfolgen ein ganzheitliches Konzept. Unsere Schuhe sind vegan, aber sie sind auch nachhaltig und in Deutschland produziert. Alle drei Punkte sind uns wichtig. Ein veganer Schuh, der in einem chinesischen Sweatshop gefertigt wird, ist zwar tierfreundlich, aber die Menschen und die Umwelt leidet. Das kann nicht das Ziel sein.

Glaubt ihr, dass es möglich ist, die Schuhe mit den richtigen Materialien und in den richtigen Produktionsstätten herstellen zu lassen und dabei einen „vertretbaren Preis“ verlangen zu können? In welchem Spektrum wird sich dieser Preis bewegen?

Ja, das glauben wir. Und um das zu erreichen, geben wir alles. Wir haben uns beispielsweise entschieden nicht über den Handel zu gehen, weil ein erheblicher Preiszuschlag die Folge wäre. Unser erster Schuh wird ca. 150 Euro kosten.gonzo

Hattet ihr im Voraus eine ungefähre Vorstellung, wie euer Schuh aussehen würde und in welche Stilrichtung die „FreiVon“- Schuhe gehen werden? 

Wir wollten einen modisch- klassischen Schuh. Uns ist es wichtig, dass der Schuh nicht ‚öko‘ aussieht, sondern mit jedem gut aussehenden Lederschuh mithalten kann. Auch was den Tragekomfort angeht. Mit klassisch meinen wir aber auch, dass wir nicht mit jedem Trend mitgehen. Wir wollen, dass man unseren Schuh mehrere Saisons tragen kann. Es wird also kein ‚trendy‘ Schuh, der nächste Saison ‚out‘ ist. Wir denken, slow-fashion ist ein guter Ansatz, um bewussten Konsum zu fördern und dem Kaufwahn etwas entgegen zu stellen.

An welchem Punkt steht ihr im Moment? Wann werden wir wohl das erste Paar käuflich erwerben können? 

Im Moment sind wir dabei den finalen Prototyp fertigen zu lassen. Am 15. November geht dann unsere Crowdfunding-Kampagne bei Startnext los. Dort bieten wir unterschiedliche ‚Dankeschöns‘ an. Unter Anderem natürlich auch den Schuh. Bei erfolgreicher Kampagne können unsere Schuhe dann voraussichtlich im Frühjahr 2015 in unserem online Shop regulär gekauft werden.

 

Fairtrade Kleidung?

Letzte Woche war ich auf der Podiumsdiskussion ‚Wir kaufen fair. Aber handeln wir auch fair?‘. Außer mir auf der Bühne: Das Eine Welt Forum Freiburg, zwei Weltläden und Banafair. Aufhänger war die Fernsehdokumentation „Der faire Handel auf dem Prüfstand” von Donatien Lemaître. In etwa 80 Minuten zeigt der Autor das Ergebnis seiner Recherechen zur Glaubwürdigkeit des ‚fairtrade-Siegels‘. Ich selbst fand die Doku an manchen Stellen ein wenig zu selektiv und skandalisierend. Besonders, da am Ende nahe gelegt wird, dass die ‚Rainforest Alliance‘ etwas ähnliches sei wie ‚Transfair‘. Und obwohl das System von Transfair durchaus seine Fehler und Lücken hat, kommt die Organisation am Ende viel zu schlecht weg.

Film hin, Film her. Was ich viel spannender finde ist die grundsätzliche Frage nach dem fairen Handel – vor allem im Bezug auf Kleidung. Schließlich werden wir selbst oft gefragt, ob die Kleidung fair gehandelt sei. Ich antworte dann immer mit einem Jein: Sie ist ökologisch (also z.B. aus Biobaumwolle) und fair produziert. Besonders in Deutschland werden der ‚Faire Handel‘ und die ‚Faire Produktion‘ jedoch oft eins zu eins gleich gesetzt. Und irgendwie behagt mir das nicht:
Der klassische Faire Handel unterstützt vor allem Kleinbäuer*innen, welche nur schwer einen Zugang zum Weltmarkt bekommen bzw. dort im globalen Preiskampf nicht bestehen können, Unterstützen soll. Dazu gibt es verschiedene Mechanismen, die man besser auf Wikipedia nachlesen kann. Dementsprechend sind dann auch die ‚Produzentengeschichten‘ z.B. auf der Seite von Fairtrade Deutschland. Zwar gibt auch Bananen mit fairtrade-Siegel, die auf Plantagen angebaut werden, das Image ist jedoch im Allgemeinen ein anderes.

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Kleidung wird aber nie ausschließlich in so kleinen Strukturen, sondern vor allem in Fabriken hergestellt. Selbst wenn fairtrade-Baumwolle verwendet wird, sagt das noch nicht besonders viel über die Weiterverarbeitung aus. Schließlich fehlen dann noch Arbeitsschritte wie spinnen und weben, färben und nähen. Die Produktionskette ist also durchaus komplex und in einigen Teilen sehr technisiert. Im Englischen spricht man daher von ‚fair labour‘ oder ’sweatshop free‘ – also von fairer Lohnarbeit. Faire Kleidung, die auch zu annehmbaren Preisen zur Verfügung stehen soll, lässt sich gar nicht wirklich anders produzieren.
Natürlich ist das was wir machen ebenfalls ‚Handel‘ und auch ebenfalls ‚fair‘. Die Verallgemeinerung vom fairen Handel erzeugt meines Erachtens aber ein falsches Bild. Vor allem, wenn überhaupt kein Teil der Produktionskette den oben genannten Kriterien des traditionellen fairen Handels entspricht und ein Großteil der Produktion in Europa statt findet. Vielmehr muss es darum gehen, auch komplexe Produktionsketten transparent zu gestalten und von Anfang bis Ende zu prüfen. Schön wäre auch, wenn es ein oder zwei allgemein bekannte und einheitliche Siegel gäbe, die ‚Ethical Fashion‘ als das kenneichnen was sie ist: Unter hohen ökologischen und sozialen Standards produzierte Mode. GOTS ist da bereits ein guter Anfang. Und auch Transfair entwickelt seinen Standard zunehmend weiter. Besonders im Hinblick auf die Anwendbarkeit der eigenen Regeln auf Plantagen und Fabriken.

Zumindest konnte ich eins von der Diskussion mitnehmen. Die Auswahl der Produkte findet bei uns nach sehr ähnlichen Kriterien statt wie im Weltladen. Die allermeisten Ansichten zu den notwendigen Veränderungen im Welthandel waren zwischen allen Diskutanten ähnlich. Und auch über die Schwachstellen des fairen Handels waren wir uns einig. Vielleicht sind wir ja doch ein ‚fair trade‘ Laden im weiteren Sinn. Zumindest sind wir Teil der selben Bewegung.

Zündstoffkleidung auf weiter Reise

1. Hoodie von Recolution - Picu'l Cuervu, Asturies (Spanien)

Das Bild ist lizenziert unter einer Creative Commons Lizenz von Federico Faccio.

Der Sommer war kurz, kalt und verregnet. Zumindest bei all denen, die ihn in Deutschland verbracht haben. Und auch wenn er es die letzten Tage noch einmal versucht hat und das Freibad sogar gefüllt war – der Herbst steht vor der Tür.

Deshalb möchten wir mit euch noch ein bisschen in Urlaubserinnerungen schwelgen. Bei unserem Fotowettbewerb, bei dem wir nach einem Urlaubsfoto mit Zündstoffkleidung gefragt haben, bekamen wir tolle Fotos und möchten einige davon mit euch teilen. Die Reise geht von Spanien, Frankreich, Berlin, der Ostsee und Köln bis nach Argentinien und zurück nach Freiburg!

Wir haben uns sehr über die kreativen Fotos gefreut und hoffen, dass ihr auch weiterhin tolle Abenteuer mit der Kleidung aus unserem Shop erlebt! 🙂

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„Goldeimer“ Kompostklos: Die Rettung für alle Festivalliebhaber!

Wohin mit dem ganzen Scheiß?

Wer schon einmal auf einem Festival war, wird diese Aussage vor allem in ihrem wörtlichen Sinne nur zu gut nachfühlen können. Lange Schlangen vor verdreckten und ekelhaften Dixiklos, die mit Hilfe von reiner Chemie versuchen, unsere natürlichen Ausscheidungen zu vertuschen – sie fragen nur zu offensichtlich nach ihrer Sinnhaftigkeit. Dann doch lieber zu den installierten sanitären Anlagen und ein bisschen was dafür bezahlen, denkt sich der ein oder andere. Da hat man die – ähm – Sache wenigstens nicht direkt vor bzw. in der Nase. Weggespült mit Trinkwasser. Aber macht das mehr Sinn? Ganz abgesehen von vielen wasserarmen Regionen weltweit, können wir uns doch selbst auf einem Festival in Deutschland fragen, ob das Wasser nicht besser zum Trinken benutzt werden sollte.

Gibt es eine Möglichkeit den ganzen Dreck und Gestank möglichst sinnvoll zu entsorgen?

Die Antwort kenne ich seit letzter Woche, als ich im Grünhof bei der Unternehmenslust-Veranstaltung das Projekt „Goldeimer“ kennen gelernt habe.

Mobile Kompostklos, die von Festival zu Festival touren und dabei astreinen Humus produzieren, und kein Wasser verschwenden. Auch wenn man es nicht glauben mag, stecken in den menschlichen Fäkalien jede Menge Nährstoffe, die unserem Boden an jeder Ecke fehlen. Richtige Ökoklos also und dazu noch mit viel Liebe gemacht. Natürlich auch hygienisch und geruchstechnisch einwandfrei!

Chemieklos waren gestern!

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Back to the roots mit unserer Scheiße!

Freu(n)de am Fahren

Mittlerweile ist ja aufgrund diverser Berichte, Tests oder der Greenpeace Detox-Kampagne schon allgemein bekannt, dass gerade in Outdoorkleidung besonders umweltschädliche Chemikalien wie PFCs zum Einsatz kommen. Das stößt natürlich auf einen gewissen Grundwiderspruch, da ja gerade die Hersteller dieser Produkte eine starke Affinität zur Natur, oder zumindest zum draußen-sein postulieren. Auch wie weit die Lücke zwischen Anspruch und Wirklichkeit, bzw. zwischen Image und Konsument_innen auseinanderklaffen kann, wurde ja schon häufig verspottet, am liebsten anhand des Klischees der in drei-Lagen-Hardshelljacke zum Bäcker laufenden und dann mit dem SUV zur Arbeit fahrenden Großstadtbewohner.

Doch dies alles nur am Rande: eigentlich gibts eine Positivnachricht und ich freue mich, hier über die Geburt eines neuen Labels berichten zu können. Mathias Ahrberg of fairliebt-Fame hat seine neue Brand Ahrberg gegründet und seit kurzem sind die ersten Produkte im hauseigenen Onlineshop und bei ein paar Händlern erhältlich. Und als bekennendem Zweiradfanatiker hat es mir natürlich besonders die Tatsache angetan, dass es sich bei Ahrberg um ein Label für funktionale und doch alltagstaugliche Fahrradkleidung handelt.

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Die erste Produktrange umfasst schlichte, aber durchdacht geschnittene und gestaltete T-Shirts und Longsleeves aus Biobaumwolle und  TENCEL®, sowie einen ebenfalls aus TENCEL® hergestellten, großartigen Loop-Schal, den vor allem Wind-und-Wetter Radler_innen schätzen werden. Produziert wird in Polen oder nach Fair Trade Standards in Kenia. Ein weiterer schöner Aspekt: die Freude am Fahren und in der Gemeinschaft steht im Vordergrund, regelmäßig werden Ausfahrten von Hamburg aus organisiert, teilnehmen kann jede_r, der/die ein Fahrrad durch die norddeutsche Landschaft bewegen möchte.

Auf Herz und Nieren getestet habe ich die Produkte selbverständlich auch schon: auf dem Ahrberg-Blog ist ein Bericht vom Freiburger 600km-Brevet zu finden, welches ich am 7. und 8. Juni unter anderem in Ahrberg-Kleidung bestritten habe.

Wir suchen die besten Naturkosmetiktipps des Sommers!

Im Sommer sind viele Kosmetikartikel besonders gefragt. Das warme Wetter fördert das Bedürfnis nach mehr Deo, die vielen Schwimmbadbesuche strapazieren Haut und Haare. Selbst Fahrradausflüge oder Kanutouren bringen die Haut in Sommerstress – zumindest ohne die passende Sonnencreme. Und dann wären da noch alle Schönheitsartikel, die die sommerliche Freizügigkeit und Feierlaune mit sich bringt.

Ein Grund mehr, sich mal wieder Gedanken darüber zu machen, mit was man sich den ganzen lieben langen Tag so vollschmiert. Denn vom Nervengift Aluminiumchlorid in Deos über kleine Plastikpartikel im Duschgel bis hin zu hormonell wirkenden Inhaltsstoffen in Gesichtscremes ist in herkömmlichen Kosmetikartikeln alles dabei. Das ist noch nicht alles: Immer noch werden haufenweise Tiere dazu benutzt, um zu testen, was ein Körper vertragen kann – und was nicht.

Und trotzdem greife ich leider manchmal zu konventionellen Produkten.

Zum einen muss ich beispielsweise bei Sonnencreme wirklich zugeben, dass sich die Ökoalternative, die ich letzten Sommer ausprobiert habe, als eine weise klebrige Maske entpuppt hat. Zum anderen ist es im Alltag beim kleinen Supermarkt um die Ecke manchmal gar nicht so leicht das richtige Produkt zu finden.

Biotrends auch online shoppen

Warum also nicht mal online Naturkosmetik shoppen? Vor kurzem haben wir den Onlineshop najoba entdeckt, auf dem viele bekannte und gute Naturkosmetikmarken wie Weleda oder Lavera erhältlich sind. Praktisch sind vor allem die Filtermöglichkeiten im Shop, um beispielsweise vegane Kosmetikprodukte oder einzelne Siegel herauszufiltern. Ich werde die Seite beim nächsten Bedarf auf jeden Fall mal ausprobieren und hoffe, mich in Zukunft wieder mit einem besseren Gefühl eincremen zu können.

Und damit ihr auch was von unserer Entdeckung habt, verlosen wir 3 Pakete mit tollen Kosmetikartikeln von najoba und einem 30€ Zündstoff-Einkaufsgutschein! Verrate uns dazu über Facebook dein Naturkosmetiktipp des Sommers! (Ich bräuchte zum Beispiel dringend Tipps bezüglich einer guten Sonnencreme!)

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WM – ein Fest mit oder nur in Brasilien?

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Wir richten unseren Blick nach Brasilien und möchten gemeinsam mit den Brasilianern ein Fest feiern – inklusive der südamerikanischen Lebensfreude natürlich!

Um die WM mit dieser Einstellung durchleben zu können, müssen wir unseren Blickwinkel allerdings deutlich einschränken. Denn wer nach Brasilien blickt, der hat im Moment zwei Möglichkeiten der Berichtserstattung. Auf der einen Seite stehen die Fußballer, das Quartier, die Spielpläne, die Veranstaltungsorte und ganz viel Vorfreude und feurige brasilianische Musik. Auf der anderen Seite stehen die Brasilianer. Und von ihnen stehen mehr vor den Stadien als mittendrin. Vor der WM-Arena Itaquera momentan allerdings nicht, weil sie noch auf günstigere Tickets hoffen, sondern aus Existenzgründen, weil ihre Wohnungen rund um das Stadion zu teuer geworden sind, um dort noch leben zu können. Und dies ist bekanntlich nur ein Beispiel von vielen.

Wir möchten zwar die brasilianische Lebensfreude spüren, ein Sommermärchen mit viel Samba erleben – dabei ist von dieser Lebensfreude kaum etwas übrig. Diese hat die FIFA mit ihren kuriosen Geldgeschäften, fraglichen Investitionen und einer überzeugten Raushaltemeinung erfolgreich vergrault: „Die WM ist nicht dazu da, Problem zu lösen oder Probleme zu schaffen. Eine WM ist eine WM“ (FIFA-Generalsekretär und WM-Chefplaner Jérôme Valcke, Quelle: sueddeutsche.de). Achso. Na dann ist ja alles klar.

Wir können nur hoffen, dass den Protesten und den Brasilianern selbst zumindest ansatzweise soviel Aufmerksamkeit zuteilwird, wie sie zwei Dutzend spätpubertäre Jogi-Jungs von uns momentan bekommen. Die FIFA soll spüren, dass Fans auf der ganzen Welt diese WM mit kritischen Augen betrachten, obwohl sie einfach nur Lust auf einen fairen Fußball-Wettkampf haben.

Im Grunde wollen wir doch gemeinsam feiern und kein Land nur benutzen, um das eigene Fest dort feiern zu können. Und seien wir mal ehrlich: Selbst wenn das mit dem deutschen Fußball in Brasilien klappen sollte – spätestens beim Samba sehen wir ohne brasilianische Mithilfe sicherlich alt aus.

Die Modeindustrie hat beschlossen: Kauft weniger. Die Scherzkekse…

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Beim dritten Copenhagen Fashion Summit, der bewusst am Jahrestag des Fabrikeinsturzes in Bangladesh stattfand, kam so einige Prominenz zusammen. Es wurde darüber diskutiert, wie die Modebranche nachhaltiger und ökologischer werden könnte. Der Luxuskonzern Kering (von dem Labels wie Puma oder Gucci stammen) präsentierte dabei stolz Zielvorgaben und Konzepte für die Zukunft und H&M versicherte mit dickem Nachdruck, wie ernst es dem Unternehmen um Umweltschutz und Sozialstandards sei. Wie ernst man diese Ziele und Vorhaben wirklich nehmen darf, sei an diesem Punkt dahingestellt.

In einem Punkt waren sich aber anscheinend alle einig: Eigentlich hängt vieles ja an den VerbraucherInnen selbst.

„Schließlich fallen 26 Prozent der Energie, die ein Kleidungsstück durchschnittlich beansprucht, bei dessen Pflege an.“ – Sachen sollen also weniger gewaschen werden, und insgesamt länger getragen werden. Diese Aussage ist korrekt und sehr wichtig, doch mir scheint es doch etwas absurd zu sein, in Gesellschaft von H&M und Co, die bis zu 60 Kollektionen im Jahr herausbringen, über die Nachhaltigkeit meiner Waschgänge zu diskutieren.

Da halte ich die Kaufentscheidung selbst für einen mindestens genauso wichtigen Punkt. An der Aussage von Eva Kruse, Leiterin des Danish Fashion Institute, ist deshalb sicher etwas dran: „Es macht fast mehr aus, was wir kaufen, als wen wir wählen.“ Denn mit jeder Kaufentscheidung, die wir treffen, machen wir ein kleines Kreuzchen für ein bestimmtes Wirtschaftskonzept. (Was bitte niemand davon abhalten soll, am Sonntag auch ein politisches Kreuzchen zu setzen!).

Und trotzdem halte ich es für feige, so vieles auf die KonsumentInnen abzuwälzen, denn genauso wie die Nachfrage das Angebot bestimmt, verhält es sich auch andersherum. Wenn die großen Konzerne den Kreislauf selbst entschleunigen würden, werden die KundInnen gar nicht erst dazu verführt, alle paar Tage nach Neuheiten für ihren Schrank zu schauen. Aber dann würden sie ja auch weniger kaufen…und dann würden die Unternehmen ja auch weniger einnehmen…und dann…ohjeohje, die armen Großkonzerne.

mehr dazu: http://enorm-magazin.de/kann-fashion-fair-sein