Plastik Fasten: Bist du dabei?

Es ist wieder soweit! Nachdem viele am 4. Januar die guten Neujahresvorsätze direkt wieder im hohen Bogen über Bord geworfen haben, gibt es ab Aschermittwoch eine neue Chance, die Vorsätze wieder aufleben zu lassen bzw. anderweitig zu fasten. Im klassichen Sinne ist mit Fasten „der Verzicht auf feste Nahrung“ gemeint. Heutzutage hat das Fasten jedoch viele Gesichter.

Ab Aschermittwoch werden viele Menschen traditionell 40 Tage lang Zucker, Alkohol, Kaffee oder Fleisch aus ihrem Alltag verbannen. Das ist sehr löblich für die eigene Gesundheit und schafft ein bewussteres Konsumverhalten. Wie wäre es, das Fasten dieses Jahr auszuweiten und ebenso lang auf Plastik zu verzichten? Die globalen Müllberge werden immer größer und es scheint kein Ende in Sicht.

Plastik zählt zu den größten Umweltprobleme unserer Zeit – und ist leider so alltäglich geworden, dass der Verzicht darauf nicht einfach ist bzw. zu unbequem erscheint. Das ein Leben ohne Plastik keine Utopie ist, zeigt die erstarkende Zero Waste Bewegung.

Die Fastenzeit ist die perfekte Gelegenheit, etwas Neues anzupacken und alte Gewohnheiten abzulegen. Früher haben die Menschen primär auf Fleisch und Alkohol verzichtet, heute stecken sich viele neue Ziele. Vegane Ernährung ist zum Beispiel ein großer Trend geworden.

Die Fastenzeit ist darüber hinaus eine Einladung, 40 Tage lang sorgsamer mit dem eigenen Konsum umzugehen. Während der Fastenzeit kann der gesamte Plastikmüll in einem Glas oder einer Tüte gesammelt werden.

Nach 40 Tagen ohne Plastik gehen viele Handgriffe schon (fast) wie von alleine und können wesentich leichter in den Alltag integriert werden. Viele Studien zeigen, dass etwas nach 21 Tagen wieder zur Gewohnheit wird.

Viele Menschen gehen bereits bewusst mit ihrem Plastikkonsum um. Welche Tipps gibt es für absolute Einsteiger?

Fünf unglaublich einfache Umstellungen, die jeder von uns vornehmen kann:

  • Seife statt Duschgel.
  • Leitungswasser statt Flaschenwasser.
  • Kokosöl statt Feuchttüchern und Make-up-Entferner.
  • To-Go Kaffee Becher statt Einweg-Becher mit Plastikdeckel.
  • Jutebeutel und Stofftaschen statt Plastiktüten.

Diese Tipps sind super easy, sparen häufig Geld und können sofort umgesetzt werden ohne, dass Gewohnheiten groß geändert werden müssen.

 

Seifen statt Duschgel

Seife statt Duschgel. Diesen Tipp kennen fast alle und er ist super leicht in die Tat umzusetzen. Seife ist nicht nur günstiger gegenüber konventionell verpackten Duschgels, sondern hält langer, pflegt besser und ist auch unverpackt erhältlich. Wer empfindliche Haut hat, sollte rückfettende Seifen in Erwägung ziehen: z.B. Seifen aus reinem Olivenöl. Für Allergiker gibt es seifenfreie Waschstücke. Für Vielflieger: mit festen Produkten kann man sich den Plastikbeutel bei der Sicherheitskontrolle gleich mitsparen!

Je nach Distanz und Transportmittel verursacht Mineralwasser in Flaschen eine 90- bis 1000-fach höhere Umweltbelastung als Wasser aus der Leitung! Leitungswasser ist in der Regel genauso gesund wie Flaschenwasser. Für unterwegs einfach eine beliebige, leere Glasflasche mit Leitungswasser auffüllen, fertig! Glas ist geschmacksneutral und kann ganz einfach hygienisch gereinigt werden. Easy peasy plastikfrei.
 

Pflanzenöl statt Make-up-Entferner

Feuchttücher und Abschminkpads stehen in der Kritik den Körper und die Umwelt durch giftige Schadstoffe zu belasten. Pflanzenöle dagegen sind hautfreundlich und entfernen vor allem wasserfeste Schminke schnell und zuverlässig. Viele Öle besitzen zusätzliche Schutzfunktionen z.B. wirkt Kokosöl entzündungshemmend, Mandelöl besitzt Anti-Aging-Effekte. Aber auch stinknormales Rapsöl reicht vollkommen aus, um den Baby-Po plastikfrei und kostengünstig zu säubern.
 

Cafébesuch statt „to go“

In Deutschland landen laut Deutscher Umwelthilfe jede Stunde 320.000 Coffee-to-go-Becher im Müll. 3 2 0. 0 0 0: Das ist ein ökologisches Desaster! Ein Kaffee aus einer Porzellantasse schmeckt nicht nur besser, er gibt auch keine Schadstoffe ab. Die Fastenzeit kann Anlass sein, um den morgentlichen Cappuccino im Café oder zuhause zu trinken. Somit bringst du zusätzlich etwas mehr Achtsamkeit in deine morgentliche Routine.

Relativ leicht ist auch der Umstieg vor allem beim Lebensmitteleinkauf. Getränke – auch Milch – immer im Glas kaufen und sich von PET-Flaschen und Tetrapacks verabschieden. Darauf achten, kein verpacktes Obst und Gemüse mehr zu kaufen und zur Wurst- und Käsetheke die eigenen Behälter mitbringen. Solange die eigene Dose auf der Theke stehenbleibt, ist es absolut erlaubt.

Einkaufstasche für Spontankäuf

Der Kühlschrank ist gähnend leer und auf dem Weg nach Hause ist es wieder immer später geworden. Für solche Fälle lohnt es sich, stets einen Einkaufsbeutel im Rucksack parat zu haben. Den Beutel nach dem Einkauf wieder direkt zurück in den Rucksack legen. Seit der Gebührenverordnung ging der Plastiktütenverbrauch in Deutschland deutlich zurück. Dennoch benutzen je nach Branche noch immer 20-50% der Kunden Plastiktüten!

Es ist im Allgemeinen hilfreich & gut, irgendeine eine Form von Stoffbeutel, Einkaufskorb und Baumwolltasche zur Hand zu haben. Denn damit kann sowohl auf Obstbeutelchen aus Kunststoff als auch auf die Papiertüte beim Bäcker verzichtet werden. Eine plastikfreie Trinkflasche für Kinder spart Kunststoff und Schadstoffe ebenso wie eine Brotzeitdose aus Edelstahl.

Außerdem kann viel Chemie eingespart werden, indem einfache Mittel zum Reinigen verwendet werdem. Alleine Essig, Soda und Zitronensäure können die meisten notwendigen Reinigungsmittel ersetzen. Wird noch etwas Natron und Kernseife hinzugefügt, braucht es eigentlich keine weitere Chemie.

Bist du dabei? Wir freuen uns auf Feedback, Anregungen und Bilder!