SILO – Englands erstes Zero Waste Restaurant setzt neue Maßstäbe!

Blick in den Restaurantraum, Foto: Silo

Blick in den Restaurantraum, Foto: Silo

Immer öfter kann mittlerweile vom sog. Zero Waste Lifestyle gelesen werden, dessen Anhänger*innen versuchen, so wenig Müll wie irgend möglich zu produzieren und ihr Leben dabei gleichzeitig massiv zu vereinfachen. Was als Privatperson nach einer gewissen Zeit und mit Hilfe verschiedener Alltagsbegleiter möglich oder zumindest um ein Vielfaches leichter wird, scheint sich allerdings für ein Restaurant nochmal in einer ganz anderen Liga abzuspielen. Was aber nicht bedeutet, dass es nicht machbar wäre – sondern eben herausfordernder. Dass Zero Waste auch für Restaurant-Besitzer*innen keine Utopie bleiben muss, beweist Douglas McMaster, Gründer von Silo, das seit Ende 2014 im englischen Brighton seine Gäste maximal nachhaltig und ressourcenschonend – eben Zero Waste – bekocht und versorgt.

Ein Augen- und Gaumenschmaus à la Silo, Foto: Silo

Ein Augen- und Gaumenschmaus à la Silo, Foto: Silo

Ein Blick hinter die Kulissen zeigt zunächst den edelstahlglänzenden Schnell-Komposter, der auf den Namen Bertha hört und anaerob-flott Essensreste innerhalb von 24h zu tollem Erdreich verwandelt. Herzstück von Silo ist die imposante Getreidemühle, die auch im Logo des Restaurants verewigt ist. (Übrigens lebte McMaster eine Weile in Australien, wo er bereits mit Joos Baaker ein ebensolches Zero Waste Restaurant eröffnet hatte.)
Die Zusammenstellung des Menüs richtet sich bei Silo streng nach saisonalen, aber v.a. regionalen Lebensmitteln, die zudem bevorzugt aus eigener Herstellung stammen oder direkt von Bauernhöfen und Produzent*innen aus der nahen Umgebung bezogen werden. Die Natur bestimmt hier quasi über das Menü. Das Restaurant bietet neben rein vegetarischen Menüs auch Fisch und Fleisch an, verfolgt hierbei allerdings den Ansatz ‚Nose to Tail‘ – das bedeutet, das ein Tier, wenn es denn schon gegessen auch komplett verarbeitet wird.

Beispiel für verschiedene Menüs bei Silo, Foto: Silo

Dreierlei Menüs bei Silo: Vegetarisch, Fisch oder Fleisch, Foto: Silo

Douglas McMaster beschreibt den Ansatz, der im Silo verfolgt wird als „preindustrial food system that generates zero waste.“ Das Restaurant, das außerdem noch Bäckerei, Rösterei und Brauerei ist, verzichtet komplett auf Plastikverpackungen. Vieles wird direkt vor Ort hergestellt: Gebacken, fermentiert, eingekocht und haltbar gemacht. Auch die Einrichtung folgt den strengen Ansprüchen an minimalen Impact konsequent. So sind die Möbel aus Holzresten gefertigt worden – cool auch, der letztjährige Spendenaufruf für Jeans und Nylon: Daraus wurden Sitzkissen genäht – belohnt wurden die Spender*innen mit gratis Kaffee. Getrunken wird im Silo übrigens aus upgecycelten Marmeladengläsers und das Frühstück wird auf Tellern serviert, die eine Designerin aus alten Plastiktüten eingeschmolzen hat. Auch wenn es um den Energieverbrauch im Restaurant geht, setzt das Team auf energiesparende Alternativen und nutzt LED-Lampen.

Alte Marmeladengläser dürfen hier weiter leben, Foto: Silo

Alte Marmeladengläser dürfen hier weiter leben und bekommen Kaffee eingeschenkt, Foto: Silo

Alles in allem also ein unheimlich faszinierendes und an Nachhaltigkeit kaum zu überbietendes Restaurant, das ja evtl. über die Zeit den einen oder anderen Maßstab neu setzen kann. Wer es also mal nach Brighton schafft, sollte Silo wohl einen Besuch abstatten. Ich bin in jedem Fall sehr neugierig, was ihr dann davon zu berichten habt!

16. Juni 2017 von Bernadette
Kategorien: Nachhaltigkeit, Non-clothing, Öko & Fair, Plastikfrei, Upcycling | Kommentare deaktiviert für SILO – Englands erstes Zero Waste Restaurant setzt neue Maßstäbe!