Skinny Jeans…quo vadis?

Bereits seit einigen Mode-Seasons wird ein Abgesang auf die Skinny Jeans gesungen. Aber wirklich gehen will sie auch nicht, bzw. es ist immer noch unklar wohin denn eigentlich. Wirft man einen Blick in unterschiedliche Medien – nicht nur in Modeblogs und -zeitschriften, sondern auch in die Feuilletons großer Tagezeitungen – beschäftigen diese engen Beinkleider Modeexpert*innen wie Kulturkritiker*innen gleichermaßen. Die Süddeutsche Zeitung z.B. spricht davon, dass Shopping langweilig geworden sei und Modedesigner*innen noch nichts gefunden hätten, was die Massenmarkt-Kund*innen von Skinny Jeans und weiten Oberteilen abbringen könne. Im Kulturteil der Wochenzeitung Der Freitag wird die Skinny Jeans von Elena Beregow gar als gegensätzliches sowie mehrdeutiges Kleidungsstück verstanden, das einerseits emanzipative Züge zu haben scheint, weil es sowohl von sehr schlanken, wie auch eher beleibten Menschen getragen wird. Andererseits würde es durch den engen Schnitt gleichzeitig auch immer den Verdacht erregen, seinen Teil zur neoliberalen Selbstoptimierung beizutragen. Dank Elasthan-Anteil sind Skinny Jeans allerdings tatsächlich sehr bequem – auch und vermutlich gerade für viele nicht-dünne Menschen ein beliebtes (weil stretchiges) Stück Alltag – und sehr entgegen den oftmals elitären Meinungen von Modehäusern und ihren Designer*innen, die Skinny Jeans am Liebsten verbannt sehen würden – aber vermutlich nur, um sie in wenigen Jahr wieder als die neue Modeentdeckung feiern und vermarkten zu können. Und eine aktuelle Statistik sieht Skinny Jeans ganz offiziell im Niedergang begriffen:

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via Quartz

Schon seit einiger Zeit regt sich so also bei Fashionistas, Designer*innen und Mode-Blogger*innen Widerstand und weitere bis sehr weite Hosenbeine sind auf den Laufstegen der Welt zu begutachten. Da gibt es nun also wieder die bekannten hochhüftigen Marlene-Hosen, außerdem Culottes oder Gehröcke (ich hatte als Kind sowas), Palazzo-Pants mit irren Prints und natürlich – wen würde es wundern – die guten alten Schlaghosen inkl. Hut und Hippie-Blüschen. Praktischerweise hat mensch solche Modelle evtl. sogar noch in der hintersten Schrankecke, wo sie im Dunkel auf diesen ihren Moment im Jahr 2016 gewartet haben.

Jetzt können sich allerdings an solch weiten Beinkleidern auch die Geister scheiden. So viel Stoff, so viel, was da um die Beine schlingert, viel zu viel High-Waist oder – wie bei den Cropped-Modellen – Hochwasser-Hosiges. Ich persönlich mag weite Hosen durchaus auch (mal), empfinde sie aber z.B. packtechnisch als die reinste Zumutung (außer es sind luftig-dünne Sommerhosen). Denn da kann so eine eingerollte Skinny Jeans nur punkten. Oder eine Leggings. Aber das ist nochmal ein anderes Thema.

Wir bei zündstoff sehen das alles übrigens ganz entspannt. Und verkaufen euch weiter sehr gerne Skinny Jeans, die ihr Mode-Rebell*innen euch dann zu Maxi-Shirts anziehen und euch einfach wohl darin fühlen dürft. Ganz nach dem Motto: Einfach mal nichts anderes. Sondern das ewig Gleiche – bis auch das wieder in Mode kommt.