Steinnuss – das pflanzliche Elfenbein

Es tut sich Einiges in Sachen Nachhaltigkeit: Neben neuen Labels stellen wir Dir an dieser Stelle auch immer gerne innovative Materialien vor. Heute an der Reihe: Die Steinnuss.

Foto: NaDeco

Bei der Steinnuss, auch Tagua genannt, handelt es sich um den Samen der in Südamerika beheimateten Steinnusspalme. In frischem Zustand lassen sich die Früchte essen und trinken. Getrocknet werden sie so hart, dass sie als „pflanzliches Elfenbein“ bezeichnet werden. Ursprünglich war das an Elfenbein erinnernde Material als Ballast für frachtlose Schiffe aus Amerika gedacht. Seitdem hat es eine erstaunliche Karriere gemacht!

Die Steinnusspalme wächst nur in Regenwaldklima bis zu einer Höhe von 1.800 Metern. Sie bevorzugt sumpfige Standorte, daher lässt sie sich in Deutschland allenfalls in Orangerien oder Palmengärten halten.

Hast Du eine Idee, wie dieses Material in Textilien zum Einsatz kommen könnte?

 

Ganz genau, als Knöpfe!

People Tree [Valentina Bouquet Top] und Recolution sind nur zwei unserer Lieferanten, die bereits jetzt mit diesem nachhaltigen Rohstoff arbeiten und somit eine echte [& dazu noch vegane] Alternative zu Perlmutt- und Plastikknöpfen schaffen. Optisch lassen sich die Steinnussknöpfe nur sehr schwer von Plastikknöpfen unterscheiden, so glatt und glänzend kann das Material verarbeitet werden.

Hier das Wichtigeste in Kürze für Dich zusammengefasst:

  • Wie sieht das Rohmaterial aus?

Die Steinnüsse kommen unseren heimischen Kastanien ähnlich und kommen von Kastanien- bis Faustgröße vor. Die Außenschale ist ledrig, das Fleisch elfenbeinfarbig.

  • Woher kommen die Steinnüsse?

Die Steinnuss ist die Frucht von einer Palme, die bis zu 20 Fruchtkolben am Stamm tragt. Ein Fruchtkolben, auch Schote genannt, enthalt 60 – 80 Nüsse. Die verschiedenen Arten werden nach ihren Verschiffungshafen benannt. Herkunftsländer der echten Steinnüsse sind: Ecuador, Kolumbien, Panama, Peru. Steinnüsse aus Ecuador eignen sich für die Knopfherstellung besonders gut.

  • Welchen Technik wird bei der Herstellung von Steinnussknöpfen angewendet?

Bei der Knopfherstellung werden spanabhebende Bearbeitungsverfahren angewendet. Für ein Kilo fertige Knöpfe werden bis zu drei Kilo Rohstoff benötigt. Die getrockneten Steinnüsse sind hart. Das Material lässt sich sägen, fräsen, splittert wenig beim Abdrehen ( Drechseln ), lässt sich pressen, nimmt die Farbe leicht auf und lät sich gut auf Hochglanz bringen. Die Marmorierungseffekte werden durch einen Spritzvorgang mit Schablonen erzielt. Um Schatteneffekte zu erreichen, konnen gefärbte und lackierte Knöpfe gepresst werden.

  • Welche Pflegehinweise sind zu beachten?
Der Knopf fällt durch herrliche Marmorierungseffekte auf, die man ihm mit Vorliebe gibt. Berührungen mit dem heißen Bügeleisen hält er aus. Als typischer Herrenkleiderknopf genügt er allen Ansprüchen. Normale Kleiderreinigung übersteht der Steinnußknopf ohne Schaden.