Vegan Guerilla

Veganer sind die besseren Menschen – zumindest theoretisch. Ein Geheimnis ist das eigentlich nicht mehr, denn dass Eier und Milch in direktem Zusammenhang mit Massentierhaltung und Ausbeutung stehen (zumindest wenn man nicht zum Biobauern von nebenan geht), ist kaum zu leugnen. Überzeugungsvegetarier stehen vor einem Problem, wenn man die logische Konsequenz daraus zieht. Und so schwierig kann es ja eigentlich auch nicht sein – dass Menschen auch ohne Milchprodukte leben und auch lecker kochen können, machen uns schließlich schon lange die Menschen in der asiatischen Welt vor. Außerdem gibt es jede Menge Soja- und andere Getreideprodukte, die beinahe alles ersetzen, wenn es nötig ist. Schade eigentlich, dass es manchmal gar nicht die Sache an sich ist, die einen abschreckt, sondern eher dessen Prediger. Trotz meiner Überzeugung würde ich vor manchen von denen am liebsten ein ganzes Schnitzel verdrücken (aus purem Trotz).

Der Name eines Kochbuchs, das gestern bei uns eingetrudelt ist, hat mich auf eine Lösung des Problems gebracht: „Vegan Guerilla – die Revolution beginnt in der Küche“ von Sarah Kaufmann.

Muss ja keiner wissen, ob etwas vegan ist oder nicht – zumindest nicht vor dem Essen. Danach kann man ja immer noch nebenbei anmerken, dass das Rezept ohne Ei war, und trotzdem super funktioniert hat. Mit dieser Methode kommt vielleicht auch der ein oder andere „Antiveganer“ in den Genuss veganer Ernährung, ohne großes Tratra und Missionierungsgespräche. Aufklärung durch Taten statt durch Worte nenne ich das jetzt mal. Hört sich einfach an und ist es auch: Man nehme ein veganes Rezept und koche es, teile es mit Freunden und lasse es sich schmecken. Fertig.