Warum wir bio kaufen und dann in den Urlaub fliegen…

…das frage ich mich auch.

Urlaube werden immer größer und reichen mittlerweile um die ganze Welt. Wir fliegen mit einer nie dagewesenen Selbstverständlichkeit auf andere Kontinente und haben schon beinahe in allen Weltmeeren gebadet. Warum auch nicht, wenn man die finanziellen Mittel hat, um die Überbleibsel der Inkas, weiße Palmenstrände oder das Filmset von The Beach einmal live erleben zu können?

Wenn wir sonst schön öko leben, kein Fleisch essen, wenig Auto fahren und nur bio kaufen, dann wird uns die Klimapolizei unsere Fliegerei schon verzeihen. Ist ja auch nur dieses eine Mal. Naja und eben nächstes Jahr noch die Hochzeit des besten Freundes in Australien. Achso und für die Uni-Exkursion kann ich ja nix.

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Dieser Strand in Nordspanien wäre auch ohne Flugzeug erreichbar!

Ich glaube, es dürfen sich einige von uns angesprochen fühlen. Und auch zurecht. Statistiken belegen, dass gerade gebildete Menschen oft einen sehr großen ökologischen Fußabdruck haben. In Studentenkreisen ist es eigentlich normal, zumindest einmal im Jahr eine größere Reise zu machen – sei es ein Auslandssemester oder ein Auslandspraktikum. Gerade Menschen, die sich Gedanken um die Probleme von Menschen in anderen Ländern machen, sind diejenigen, die dort dann auch mal hinfliegen. Wir möchten uns ja selbst ein Bild davon machen. Machen wir uns womöglich erst ethno & öko Gedanken, wenn diese fremden Länder und Menschen real geworden sind und nicht mehr so abstrakt? Müssen wir diese Reisen unternehmen, um unseren Horizont zu erweitern oder schaffen wir das auch nur durch Medien und Berichterstattung?

Ich frage mich wirklich – wie sollen wir unseren Einstellungen und Lebensweisen gerecht werden, wenn wir ständig mit Flugzeugen durch die Weltgeschichte reisen?