Kaufst du noch, oder tauscht du schon?

Die Idee hinter Kleidertausch ist nicht ganz neu. Der Tauschhandel ist eine Form des Handels, bei der Waren oder Dienstleistungen direkt gegen andere Waren oder Dienstleistungen getauscht werden ohne die Verwendung von Geld. Ein bekanntes Beispiel: In der DDR kam es von etwa 1977 bis zum Fall der Mauer 1989 zu einer Kaffeekrise. In der Folge strebte die DDR Tauschgeschäfte von Waffen und LKW aus der DDR gegen Rohkaffee und Energierohstoffe aus den Partnerländern nach dem Vorbild des klassischen Kolonialhandels an.

Im Rahmen der diesjährigen Nachhaltigkeitstage Baden-Württembergs ist zündstoff letzten Samstag auf dem Platz der alten Synagoge mit einer Kleidertauschbörse an den Start gegangen. Die einzelnen Mitwirkenden zeigten wie viel Spaß bewusstes Handeln für ein gutes Leben von morgen machen kann.

 Foto: Michael Bamberger

Wer kennt es nicht: Der Kleiderschrank ist bis an den Rand gefüllt und doch hat man nichts zum Anziehen.

Warum immer gleich neu kaufen und Geld ausgeben, wenn doch die besten Kirschen beim Nachbarn im Garten hängen oder anders formuliert: die coolsten Klamotten im Schrank anderer hängen und auf dich warten?

Um 14 Uhr ging es offiziell los, aber schon im Vorfeld ging es bunt zu. Jeder, der etwas zum Tauschen mitgebracht hat, konnte fleißig stöbern und sich beliebig an den Tischen der anderen TeilnehmerInnen bedienen. Alle kam schnell miteinander ins Gespräch und es wurden interessante Geschichten zu einzelnen Kleiderstücken ausgetauscht. Auch diejenigen, die nichts zum Tauschen dabei hatten und spontan über die Veranstaltung gestolpert sind, mussten nicht mit leeren Händen nach Hause gehen und durften sich umsonst oder gegen eine kleine Spende an den Tischen bedienen.

Die Resonanz war durch die Bank weg positiv und es war definitiv nicht die letzte Kleidertauschbörse, die wir von zündstoff auf die Beine gestellt haben.

Auch wenn wir als (Online-) Händler unsere eigenen Waren verkaufen sollen, stehen wir für die Ganzheitlichkeit nachhaltiger Mode – und dazu zählt auch, den Konsum kritisch zu beleuchten und mit den bestehenden Ressourcen effizienter umzugehen. Das Problem ist, dass eine neue Hose bei Primark und H&M meistens billiger sind, als eine alte Hose beim Schneider reparieren zu lassen. Das zeigt einmal mehr, dass es in der Fast Fashion Industrie nicht fair zu gehen kann. Es geht also um Prioritäten und was mir als EndverbraucherIn persönlich faire und nachhaltige Textilien wert sind.

Was passiert mit den Sachen die übrig bleiben?

Mitnehmen durfte jeder so viel wie er wollte. Gar nichts mitnehmen war natürlich auch erlaubt. Und nichts mitbringen und dafür etwas mitnehmen auch. Die meisten haben aber mehr Sachen da gelassen, als sie wieder mitgenommen haben. Was passiert mit diesen Sachen, die am Ende keiner wollte? Wir haben uns dazu entschieden, dass alles was übrig bleibt, an die Botique LeSac für Obdachlose in Freiburg gespendet wird. Dort können sich obdachtlose Frauen für ganz kleines Geld von Kopf bis Fuß einkleiden.

Du interessierst dich für Kleidertausch und möchtest dir einen Überblick verschaffen, was es eigentlich alles so an Angeboten und Events gibt? Auf der Greenpeace Facebook-Fanpage findest du Infos und Termine zu Kleidertauschpartys in ganz Deutschland.

Hier findest du außerdem eine kompakte Checkliste (PDF). Greenpeace hat zusammen getragen, was wichtig ist, wenn man eine Kleidertauschparty organisiert.

Wenn du ein wenig Unterstützung beim Entrümpeln deines Kleiderschrankes brauchst, dann können wir das Buch: „Minimalismus trifft Kleidung. In 4 Wochen zum Kleiderschrank voller Lieblingsstücke“ von Pia Mester empfehlen.