ZDF-Reportage zu (un-)fairer Kleidung

Nach den letzten Unglücken in Bangladesch wurde das Thema Kleidungsproduktion ja bereits in den meisten Medien aufgegfriffen, vorgestern hat auch das ZDF eine kurze Reportage im Frühstücksfernsehen, inklusive eines Interviews mit Christiane Schnura von der Kampagne für Saubere Kleidung, gesendet.


Wer sich schon ein wenig mehr mit diesem Thema beschäftigt hat, wird nicht viel neue Infos bekommen: die Arbeitsbedingungen in Bangladesch sind katastrophal, die VerkäuferInnen der großen Einzelhandelsketten können keine Auskunft über Produktionsbedingungen geben oder beschwichtigen die KundInnen. Und außerdem drückt sich die Reportage vor den wirklich wichtigen Zusammenhängen:  dass nämlich die Nachfrage (und das Ankurbeln dieser) nach immer billigeren und immer trendigeren Klamotten die globale Abwärts-Preisspirale erst in Gang gesetzt hat und immer weiter antreibt. Dass es fast billiger geworden ist, sich eine neue Jeans zu kaufen als die alte zu reparieren. Oder dass sich die großen Markenunternehmen und Einzelhandelsketten mit dem Verweis auf ihre Lieferanten aus der Verantwortung ziehen, und es endlich politische Rahmenbedingungen geben müsste, die die Einhaltung von Arbeitsstandards auch im Ausland einfordert und kontrolliert.

Auf der positiven Seite wäre zu verbuchen: das Thema wird überhaupt mal in den Medien aufgegriffen, und Frau Schnura von der CCC liefert einen kurzen Überblick über wichtige Labels und Ökostandards. Hoffen wir mal dass das reicht um den einen oder anderen zum Umdenken zu bewegen.

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