zündstoff – wer und was und überhaupt?

Gerade für Menschen, die ganz neu hier auf unserem Blog hereinschneien, gibt es mit dem heutigen Post ein kleines zündstoff-Einmaleins. Aber natürlich dürfen auch ‚alte Hasen‘ lesen, was wir hier bei zündstoff wichtig finden und wie wir am liebsten arbeiten!



Wofür steht zündstoff?
zündstoff steht für coole und zeitgemäße Mode, die nach ethischen und ökologischen Richtlinien hergestellt wird. Wir wollen zeigen, dass öko-faire Mode stylisch ist und finden es toll, dass sich in den vergangenen Jahren so viel in dieser Branche getan hat. So können wir unseren Kund*innen ein breitgefächertes Sortiment nachhaltiger Mode anbieten und vermitteln, dass sie sich zeitgemäß und modebewusst kleiden können, ohne dabei die Herstellungsbedingungen aus den Augen verlieren zu müssen.

An wen richtet sich unser Angebot?
Unser Angebot richtet sich an Menschen, die sich Gedanken darüber machen, was sie anziehen wollen und welche Auswirkungen ihre Konsummuster auf Produktionsprozesse haben können und sich dabei modebewusst anziehen möchten. Sie suchen Alternativen zu den gängigen Marken, wollen nachhaltige Materialien tragen und außerdem wissen, unter welchen Bedingungen ihre Kleidungsstücke hergestellt wurden. Insofern bilden unsere Kund*innen eine relativ heterogene Gruppe. Sie eint allerdings der Wunsch nach transparenten Produkten sowie bewussterem Konsum. Uns ist es außerdem wichtig, Kleidung im mittleren Preissegment anzubieten. Wir möchten keine grüne Luxusmode verkaufen, die sich nur wenige leisten können, sondern alltagstaugliche, zeitgemäße Stücke, die nicht morgen wieder out sind.

Wie leben wir Nachhaltigkeit in unserem Unternehmen?
Für uns ist dies eine logische Fortführung unserer Geschäftsidee: Nicht nur unser Warenangebot soll diesem Anspruch gerecht werden, sondern auch innerhalb unseres Unternehmens finden wir es wichtig, soziale, ökologische sowie ethische Aspekte einzubinden und zu verwirklichen. V.a. 2016 haben wir uns mit derlei Fragen intensiv im Rahmen einer Gemeinwohlökonomie-Bilanzierung (GWÖ) beschäftigt. Bei einer GWÖ geht es nicht nur um geldwerte Aspekte eines Unternehmens, sondern auch um jene, die mit herkömmlichen Bilanzierungsmethoden nicht darstellbar sind, bspw. um die Arbeitsplatzqualität (Work-Life-Balance, Arbeitszeit etc.), das Mobilitätsverhalten der Mitarbeiter*innen, unsere Einkaufspolitik, sowie gemeinwohlorientiertes Verhalten. Geplant ist, die GWÖ als pdf-Dokument auf unserer Homepage verfügbar zu machen. So können sich unsere Kund*innen sehr transparent einen Überblick über unser Unternehmen verschaffen und sehen, was wir bereits sehr gut machen und wo es evtl. noch Entwicklungspotenzial gibt. Nachhaltigkeit steht bei zündstoff folglich nicht als leere Worthülse, sondern wird auch gelebt.

Vor welche Herausforderungen stellt uns der Nachhaltigkeitsaspekt?
Die Modebranche als solche ist ja leider nicht sonderlich nachhaltig. Da ist zum einen der hohe Wasserverbrauch beim Anbau von Pflanzenfasern, wie Baumwolle, als auch die Transport- und Energiekosten. Aber: Natürlich gibt es viele Stellschrauben, an denen gedreht werden kann, um die Energiebilanz eines Kleidungsstücks zu verbessern, den Boden beim Anbau zu schonen, weniger Wasser zu verbrauchen und Emissionen einzusparen. Interessant sind natürlich auch Innovationen bezüglich neuer Materialien: Hier hat sich Lyocell in den letzten Jahren gut entwickelt. Dieses wird wasser- und umweltschonend aus Holzfasern, also Cellulose, produziert und kommt mit tollen Stoff- sowie Trageeigenschaften. In unserem Sortiment finden sich viele Teile, die komplett oder teilweise aus diesem Material bestehen. Auch im Bereich pflanzliche Ledergerbung passiert etwas. Ansonsten wird immerhin auf chromarme Gerbung geachtet.

Worauf solltet ihr als Verbraucher*innen in jedem Fall achten, wenn ihr grüne oder faire Mode sucht?
Zertifizierungen und bestimmte Standards, wie z.B. das Siegel der Fair Wear Foundation, das GOTS-Label oder auch die Zertifizierung nach der World Fair Trade Organisation können beim Einkauf in jedem Fall helfen und eine gute Orientierung geben, da sie bestimmte Standards bei der Herstellung der Rohstoffe sowie der weiteren Verarbeitung und Fertigung garantieren. Allerdings gibt es auch gerade kleine und noch junge Labels, die es sich häufig nicht gleich leisten können, den doch nicht ganz günstigen Zertifizierungsprozess zu durchlaufen. Hier muss man sich fragen: Wie sind die wichtigsten Standards anderweitig gewahrt? Wie transparent legt die Marke diesbezügliche Prozesse offen? Kann in naher Zukunft mit einer Zertifizierung gerechnet werden? Diese Fragen können dabei helfen, die Situation besser einzuschätzen, geben natürlich aber nicht die gleiche Sicherheit, wie eine der verbreiteten Zertifizierungen.

12. September 2017 von Bernadette
Kategorien: Ecofashion, Fashion, Interviews, Nachhaltigkeit, Öko & Fair | Schreibe einen Kommentar

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